Der erste Gegentreffer schien die Mannschaft zu beflügeln, drei weitere zeugten von der Überlegenheit der Gastgeber. Bernstadt bekam in dieser Phase keinen Fuß auf das Parkett. Mit einem überragend haltenden Torwart Daniel Junge wurden kleinere Schwächen in der Abwehr mehr als ausgebügelt.
Als in der 18. Minute bereits das 12:3 für Rietschen fiel, wurde die Überlegenheit der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt mehr als deutlich. Erschreckend schwach präsentierten sich die Gäste. Fast jeder Wurf fand den Weg über die berüchtigte Linie. Nach 20 Minuten, als es bereits 15:5 für Rietschen stand, schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Die Rietschener setzten dennoch erfolgreich nach, zogen auf 20:9 davon. Als der letzte Bernstädter Angriff abgewehrt werden konnte, blieben drei Sekunden, mit einem Freiwurf das nächste Tor zu erzielen. Tatsächlich wurde diese Chance auch noch genutzt. Rietschen ging mit einem 21:9 in die Pause (!).
Bernstadt, das sich im ersten Durchgang phasenweise schon aufgegeben hatte, kam mit dem Mut der Verzweiflung in die zweite Halbzeit. Es dauerte einige Minuten, bis der erste Treffer fiel. Rietschen hatte von seiner Spielfreude alles eingebüßt und verkrampfte mehr und mehr. Die Gäste warfen drei Tore, dies bedeutete natürlich noch keinen Beinbruch. Rietschen lag noch immer mit 21:12 in Front. Doch die eigene Verunsicherung wurde mit jeder weiteren Aktion sichtbarer.
Es wollten ganz einfach keine eigenen Treffer mehr gelingen. Dazu kam die deutliche Steigerung der Torwarts aus Bernstadt. Nach zwölf Minuten der zweiten Halbzeit, Zwischenstand (21:15), gelang der erste Treffer für Rietschen. Die Rietschener Mannschaft war völlig von der Rolle. Die Abwehr stand nicht mehr stabil. Im Angriff wurden eklatante Fehler schon im Aufbau präsentiert.
In Unterzahl spielend, wurde der Ball überhastet auf das gegnerische Tor geworfen, von sinnlosen Zu- und Abspielen ganz zu schweigen. Bernstadt nutzte die Gunst der Stunde und verkürzte weiter. Spätestens beim Stand von 25: 23 für Rietschen war alles wieder offen. Genau in dieser Phase, die Gastgeber spielten bereits in Unterzahl, kam es zu einer unberechtigten Einwechslung. Folge: Rietschen spielte ab der 26. Minute mit vier gegen sechs. Zum großen Glück leistete sich Bernstadt genau jetzt ein Fehlabspiel, welches zum 26:23 genutzt werden konnte. Die Gäste kamen noch einmal auf 26:24 heran, doch die "alte" Garde der Rietschener Handballer zelebrierte eindrucksvoll, wie man den Ball in den eigenen Reihen halten kann. Mit dem geduldig herausgespielten 27. Tor war der Sieg endlich in trockenen Tüchern. Am Ende schaffte Rietschen gar noch den siebeten Treffer in der zweiten Halbzeit zum Endstand von 28:24.
Rietschen mit: Richter, Junge, Holubek, Harmgardt (5/1), St.Hilke (1), Retz (6), Domko (3), Ri. Walter, Pörsel (6), B.Hilke (6/5), Scholz, Ro.Walter (1).