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| 18:32 Uhr

Aus dem Gericht
Das Versehen mit der Kontonummer

Aus dem Gericht 2c
Aus dem Gericht 2c FOTO: Janetzko, Katrin / LR
Weißwasser. Amtsgericht Weißwasser stellt Betrugsverfahren gegen 32-Jährigen aus Klitten gegen Arbeitsauflage ein.

Ein halbes Jahr lang rechnet Carsten Z.* aus Klitten seine Verträge mit diversen Internetportalen über das Konto von Paul L.* ab und verschafft sich so einen rechtswidrigen Vermögensvorteil von 255 Euro. Wegen dieses Betruges und einer verkauften Play-Station, die nie beim Käufer ankam, hatte sich der 32-Jährige jetzt in Weißwasser vor Gericht zu verantworten. Das Verfahren ist eingestellt worden.

In seiner Aussage vor Gericht erklärt Carsten Z.: „Das war ein Versehen mit der Kontonummer. Ich hatte  den Zettel mit der Kontonummer von L. in meinem Portemonnaie. Da habe ich das beim Ausfüllen wahrscheinlich verwechselt.“   Seine Rechnungen aus den Verträgen habe er inzwischen bezahlt.

Als Zeugin ist eine Sachbearbeiterin des Geldinstituts geladen, bei dem die falschen Abbuchungen erfolgt waren. Sie sagt aus, dass die Mutter des Geschädigten, die eine Kontovollmacht hat, auf der Bank erschien, weil ihr Abbuchungen auf dem Konto ihres Sohnes aufgefallen waren, die dieser nicht getätigt haben konnte. Bei einer  tieferen  Prüfung sei dann ersichtlich gewesen, dass der Angeklagte Carsten Z. als Auftraggeber hinterlegt war. Gemeinsam mit dem Geschädigten wurden diese Abbuchungen dann zurückgebucht.

Das ihm dadurch kein finanzieller Schaden entstanden ist, bestätigt kurze Zeit später Paul L. im Zeugenstand. Hier erklärt er auch, wie Z. an seine Kontodaten gelangen konnte. Er hatte für kurze Zeit zur Miete bei ihm gewohnt und ihm dafür einen Vertrag gegeben. Da es mit den Mietzahlungen aber nicht geklappt hat, war Z. wieder ausgezogen.

Die Sache mit der Play-Station konnte vor Gericht nicht endgültig geklärt werden. Z. beteuert, die Play-Station tatsächlich verschickt zu haben, nach dem er diese bei eBay verkauft hatte. Die 195 Euro sind auf seinem Konto eingegangen, der junge Mann in Schwerte hat aber die Ware nicht erhalten.

Da der  Angeklagte nicht vorbestraft ist, stellt das Gericht das Verfahren wegen Betrugs auf Antrag der Staatsanwaltschaft schließlich ein. Carsten Z. muss bis Ende April 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.