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| 13:12 Uhr

Einzelhandel
Das Lausitzer Tischlein-deck-dich steht jetzt in Krauschwitz

 Romy Enax hinter der Ladentheke in ihrem Geschäft in Krauschwitz. Die Kunden freut es, dass es mit dieser Einkaufsmöglichkeit weitergeht.
Romy Enax hinter der Ladentheke in ihrem Geschäft in Krauschwitz. Die Kunden freut es, dass es mit dieser Einkaufsmöglichkeit weitergeht. FOTO: Regina Weiß
Krauschwitz . Die gelernte Köchin Romy Enax setzt auf regionale Produkte und fachfraulichen Rat. Von Weißwasser

Romy Enax ist gelernte Köchin. Diese Arbeit hat sie schon vor einige Herausforderungen gestellt und an verschiedene Kochtöpfe in verschiedenen Küchen geführt. Doch nun stellt sie sich einer neuen Herausforderung. Sie ist nicht nur in die Selbstständigkeit gegangen, sondern wechselt auch das Metier. Das sieht die quirlige 44-Jährige aber gar nicht als so großen Schritt an. „Ich verkaufe jetzt eben die Produkte, die ich bisher verarbeitet habe“, erzählt sie der RUNDSCHAU bei ihrer Stippvisite in ihrer neuen Wirkungsstätte.

Sie hat Elkes Minimarkt in Krauschwitz übernommen. Das Einzelhandelsgeschäft, das Elke Michalk betrieben hat, gibt es seit 18 Jahren an der Ortsdurchfahrt. Und genau das ist es, was Romy Enax bewogen hat, den Schritt zu gehen. „Daran sieht man doch, dass es funktioniert.“ Da kann sie selbst gar nicht abschrecken, dass ein Discounter nur wenige 100 Meter weiter zum Einkaufen lockt.

Aus Elkes Minimarkt ist nun das Tischlein-deck-dich geworden. Der Name ist auch ein bisschen Programm. Denn es gibt nicht nur Lebensmittel, sondern auch Töpferwaren von der Krauschwitzer Katrin Najorka. „Gleich am ersten Tag hat eine Kundin bei mir 15 Teller gekauft“, lacht Romy Enax übers ganze Gesicht. Neben den Krügen und Tassen will sie den Bereich noch ausbauen, Geschenkeartikel sind im Gespräch.

Bei den Lebensmitteln setzt sie wo es nur geht auf lokale Anbieter. Die Bäckerei Schuster aus Skerbersdorf liefert Brot und Brötchen. Die Gurken sind aus Boxberg. Eier aus Jämlitz/Gablenz. Die Säfte aus Rothenburg. Ein Renner ist auch das frische Leinöl aus Hoyerswerda. Es läuft sozusagen wie geschmiert. Die Ration von vier Litern muss bei der Nachfrage ausgebaut werden.

Die Stammkundschaft freut es, dass ihr Anlaufpunkt erhalten bleibt. So gibt es Personen, die sich im großen Einkaufsmarkt verloren fühlen, sie wollen den Kontakt zur Verkäuferin. Im Tischlein deck dich, kommt man rein und sieht als erstes Tisch und Stühle. Der Aufforderung dort gern Platz zu nehmen, kommen die Menschen auch nach. „Gerade von älteren wird das sehr gern angenommen. Sie können so ihr Pläuschen machen und ich packe den Korb.“ Ganz nebenbei werden Nachrichten ausgetauscht. „Man merkt deutlich, dass das den Menschen wichtig ist, sich zu unterhalten, Zeit zu haben“, so Romy Enax. Und mit ihr haben die Kunden zudem jemanden im Laden, der freundlich aufgeschlossen ist und schon mal einen netten, lockeren Spruch loslässt.

Der Zufall wollte es, dass die 44-Jährige genau zu dem Zeitpunkt ins Geschäft kam, als für Besitzerin Elke Michalk die Rente näher rückte und sie einen Nachfolger suchte. Als wenn es so sein sollte...

Gemeinsam mit Mann Danny wurde Familienrat gehalten. Die Tochter freut die neue Aufgabe für die Mutter, musste doch die Familie bei den Arbeitszeiten in der Gastronomie manches Mal zurücktreten. Und ganz aus der Welt ist dieses Metier nicht. Erstens, weil Mann Danny nun wieder beruflich den Kochlöffel schwingt und zweitens, weil Romy Enax, wenn sie unter Küchenentzug leidet, als Haushilfe bei ihrer letzten Arbeitsstelle einspringen kann.

Allerdings kann sie schon nach wenigen Wochen für sich sagen: „Es war die richtige Entscheidung. Es macht mir unglaublichen Spaß, die Leute zu beraten und zu bedienen“, versichert Romy Enax.

 Romy Enax hinter der Ladentheke in ihrem Geschäft in Krauschwitz. Die Kunden freut es, dass es mit dieser Einkaufsmöglichkeit weitergeht.
Romy Enax hinter der Ladentheke in ihrem Geschäft in Krauschwitz. Die Kunden freut es, dass es mit dieser Einkaufsmöglichkeit weitergeht. FOTO: Regina Weiß