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Das Superding von Weißwasser ist eingeweiht

Die Skater ließen sich nicht lange bitten und nahmen die neue Anlage in Weißwasser schnell in Beschlag. So mancher sehenswerte Sprung war zu erleben. Bei den Kleinsten ging Sicherheit vor. Sie bewegten sich vorsichtig rollend vorwärts (Foto unten). Schließlich hat jeder mal angefangen.
Die Skater ließen sich nicht lange bitten und nahmen die neue Anlage in Weißwasser schnell in Beschlag. So mancher sehenswerte Sprung war zu erleben. Bei den Kleinsten ging Sicherheit vor. Sie bewegten sich vorsichtig rollend vorwärts (Foto unten). Schließlich hat jeder mal angefangen. FOTO: Weiß
Weißwasser. An die 50 Skater – erfahrene und lernende – haben es sich Samstag nicht nehmen lassen und Weißwassers neue Anlage eingeweiht. Diese bereichert den Oberlausitzer Sportpark sichtlich. Investiert wurden dafür rund 142 000 Euro. Regina Weiß

Der 24-jährige Paul steht seit zwölf Jahren auf dem Skateboard, der 20-jährige Friedrich seit sechs Jahren. Am Samstag gehören sie zu den 50 Skatern, die die neue Anlage in Weißwasser sozusagen auf Herz und Nieren testen. Skaten sei so toll, weil man sich frei entscheiden könne, welche Tricks man mache. "Anders, als immer nur wieder um die Bahn zu rennen", erklärt Paul lachend. Er und Friedrich sind extra aus Görlitz angereist, um hier in Weißwasser ihr Board auszuprobieren. Ihre erste Einschätzung der neuen Bahn fällt gut aus. Diese sei toll gelungen, selbst in Görlitz habe man so etwas nicht.

Noch mehr Lob gibt es von einem Wahlschweizer. Alexander Klöber ist für die Bahneinweihung quer durch die Republik in seine alte Heimat gereist. Als Team-Manager der Fahrer von Madrid-Bettern hat er schon so einige Skater-Parcours gesehen und weiß das Geleistete in Weißwasser einzuschätzen. "Das ist ein Riesengeschenk mit doppelt Zucker drauf und dreimal im Quadrat", sagt er gegenüber der RUNDSCHAU. Meist werden Skateranlagen in Außenbereichen von Städten gebaut und so die Jugendlichen künstlich rausgezogen. In Weißwasser sei es anders. Hier steht die Anlage mitten in der Stadt, gehört zum Oberlausitzer Sportpark. Dass das Leute anzieht, war bei der Eröffnung schon zu merken. Die Skater wurden von allen Altersklassen bei ihrer Freizeitbeschäftigung beobachtet.

"Die Jugendlichen bewegen sich, sitzen nicht vor dem Fernseher oder dem Computer. Das finde ich toll", konnte Dr. Birgit Mäder dem Ganzen noch mehr Positives abgewinnen. Als ehemalige Präsidentin des Rotary Clubs Weißwasser hatte sie das Projekt persönlich unterstützt. Rund 10 000 Euro steuerte der Rotary Club Weißwasser, weitere 25 000 Euro Rotary International bei. "Dass sie so ein Superding draus gemacht haben, ist doch optimal", freut sich Birgit Mäder. "Wenn wir was machen, dann machen wir es richtig", so Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Wobei die Vorbereitungen etwas länger gedauert haben. Für Stadtrat Timo Schutza geht damit eine zehnjährige Geschichte zu Ende. "Wer behauptet hat, wir brauchen das nicht, weil es keine Skater gibt, der hat sich geirrt", so Schutza.

142 000 Euro sind investiert worden. Der OB hofft, dass die Jugend die Anlage in Ehren hält und pfleglich damit umgeht.

Zum Thema:
Baubeginn für die Anlage war im September 2014. Sie wurden von der Firma Garten Eden aus Schleife ausgeführt. Geschaffen wurden 270 Quadratmeter Beton- und 730 Quadratmeter Rasenfläche. 270 Pflanzen umgeben die Anlage. Ein Elektroanschluss und Bänke werden noch folgen, kündigte der OB an. Mit der Betonversiegelung, die im April erfolgt ist, soll die Anlage länger haltbar gemacht werden. Durch die besondere Form der Oberflächengestaltung kann auch der Lärm reduziert werden.Wie Timo Schutza vom Alternativen Jugendzentrum Garage erklärt, wird einmal im Jahr ein Skater-Contest auf der neuen Anlage in Weißwasser stattfinden. Am Samstag wurde erstmals um den besten Trick gewetteifert.