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| 22:13 Uhr

Streit um Standort für Weihnachtsmarkt
„Das sind Fake-News“

Weißwasser. Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf weist den Vorwurf zurück, die Standortfrage für den Weihnachtsmarkt in Weißwasser sei schon 2017 gefallen. Von Christian Köhler

Weihnachten, ein Fest der Ruhe und Besinnlichkeit. Ob es das zum Weihnachtsmarkt in Weißwasser gibt, ist fraglich. Denn bevor es überhaupt losgeht, wird in Weißwasser – wieder einmal – gestritten. Stadtrat Andreas Kaulfuß (CDU) hatte während der Ratssitzung im September behauptet, die Standortfrage für den Weißwasseraner Weihnachtsmarkt sei schon 2017 entschieden gewesen. Das habe er „von einem führenden Kopf des Organisationsteams“ erfahren. Schon bei seinem Sommerfest Anfang September hatte Kaulfuß gemeinsam mit AfD-Ortsgruppenvorsitzenden Roberto Kuhnert während einer Podiumsdiskussion geklagt, der Weihnachtsmarkt gehöre doch ins Stadtzentrum.

Dabei hatte der Stadtverein – der seit nunmehr 15 Jahren im Namen der Stadt den Markt organisiert – Bürger, Interessenten und Unternehmen zu einer Diskussionsrunde im September 2018 eingeladen. Zu der erschienen 20 Teilnehmer. Man hatte sich anschließend darauf verständigt, den Markt in der Telux durchzuführen. Die Organisatoren hätten mehr Zeit für Auf- und Abbau und Sicherheitsaspekte würden ebenso besser auf dem Areal verwirklicht werden können, lauteten die Argumente. „Der Weihnachtsmarkt an der Kirche war zwar schön, aber aufgrund fehlender Rettungswege und weil die Feuerwehr nicht um die Kirche kommt, darf der Markt dort leider nicht stattfinden“, erläutert Klartext-Stadtrat Timo Schutza, der sowohl Mitglied im Stadtverein als auch bei der mobilen Jugendarbeit und Soziokultur, dem Pächter an der Telux, ist.

„Das sind Fake-News“, hält in der Oktoberratssitzung Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf während der Einwohnerfragestunde im Stadtrat Andreas Kaulfuß entgegen. Dieser und eine ganze Reihe anderer Stadträte sind da aber schon nicht mehr anwesend. 2017 sei noch gar nichts entschieden gewesen. Es „gibt neben Herrn Schutza und mir weder einen führenden noch einen wichtigen Kopf, denn nur wir zwei unterschreiben rechtsverbindliche Verträge“, so Schwarzkopf weiter. Dafür haften beide „freiwillig, ehrenamtlich und vergütungsfrei“. Offenbar, so mutmaßt der Stadtvereinschef weiter, verwechsele Andreas Kaulfuß dabei die „tatsächlich Verantwortlichen und einen selbsternannten Wichtigtuer“.

Weiterhin ist es dem Stadtvereinschef ein Anliegen, mit einem weit verbreitetem Irrglauben aufzuräumen: „Es profitiert nicht der Weihnachtsmarkt vom teilweise zeitgleichen verkaufsoffenen Sonntag, sondern es ist umgedreht.“ Immerhin würden nur „ganz wenig Einzelhändler“ überhaupt sonntags die Möglichkeit nutzen, ihre Läden zu öffnen, ist sich Schwarzkopf sicher. Seit gut zwei Jahren ist der verkaufsoffene Sonntag in Weißwasser zudem durch das Projekt „Perspektive(n) Weißwasser“ mit Ausstellungen und Flyern unterstützt worden. Das aber läuft Ende Dezember aus. Wie es dann um die Einzelhändler-Unterstützung bestellt ist, bleibt offen. Unterdessen erneuert Schwarzkopf in Richtung Stadtverwaltung und Stadträte seine Forderung, „den Markt finanziell zu unterstützen“. Das hatte er bereits im September gefordert, denn „schließlich wird der Weihnachtsmarkt für alle Weißwasseraner und deren Gäste organisiert“. Eine Antwort vonseiten der Stadtverwaltung gibt es bislang offiziell nicht.

Timo Schutza steckt inzwischen schon in den Vorbereitungen für den Markt am 7. bis 9. Dezember. „Wer mit Kreativangeboten mitmachen möchte – egal ob Hobbybastler oder Profi – kann sich gern bei uns melden“, so Schutza. Es falle dafür keine Standgebühr an.

Mitmachangebot: Das Telefon der Kreativgemeinschaft Lausitz (KGL) ist täglich von 8 bis 15 Uhr unter 03576 215470 besetzt. Per Mail können Anfragen gerichtet werden an kreativmarkttelux@gmail.com.