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Das Seenland lockt mit neuen Angeboten

Zu einem Wahrzeichen im östlichen Seenland hat sich die Lohsaer Strandpyramide gemausert. Am 25. Mai jährt sich ihre Eröffnung zum ersten Mal.
Zu einem Wahrzeichen im östlichen Seenland hat sich die Lohsaer Strandpyramide gemausert. Am 25. Mai jährt sich ihre Eröffnung zum ersten Mal. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Senftenberg. Die Gäste können kommen: Die Touristiker im Lausitzer Seenland sehen sich für die neue Saison gut gerüstet. Darunter sind auch einige ausgefallene Angebote zu finden. Der große Traum der Senftenberger dürfte sich allerdings nicht so einfach umsetzen lassen. Torsten Richter-Zippack

"Meine Gäste liegen mir damit schon richtig in den Ohren: Warum ist im Südbereich des Senftenberger Sees kein gemütliches Paddeln in der Natur möglich? Und zwar im Kanal von der Südsee in Richtung Großkoschen entlang der Insel. Immer wieder erreichen mich entsprechende Anfragen", erzählt Werner Vorwerk, Inhaber des Hotels "Marga" in Brieske. "Bei uns rennen Sie damit offene Türen ein", antwortet Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, während des Saisonauftaktes für die heimischen Touristiker. Wermutstropfen: Dieser Wunsch dürfte sich wohl nicht so einfach umsetzen lassen. Schließlich hätten dabei Naturschützer und Bergbausanierer ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Zumindest in dieser Saison bleibe der "Südsee-Kanal" für Wasserwanderer tabu.

Ebenfalls tabu sei der neue Tunnel im Ilse-Kanal für die beiden Seeschlangen von Eckhard Hoika. "Dort ist ja wegen des Platzmangels nicht mal das Radfahren gestattet. Aber wir bieten voraussichtlich ab Mai zum ersten Mal von Großräschen unsere Ilse-Kurzfahrt zum Kanal an", sagt der rührige Touristiker. "Mit Ausstieg zwecks Tunnelbesichtigung." Ebenfalls Premiere feiere die Senftenberger Kulturtour. Dabei steuere die Bahn unter anderem die Neue Bühne, die Eierlikör-Firma "Scharfes Gelb" und das Schloss an.

Wer die Bergbaufolgelandschaft mal aus einer ganz anderen Perspektive erleben will, setzt sich in ein Offroad-Fahrzeug des Briesker Unternehmers Oliver Bo the. Wegen der Flutung der Tagebaurestlöcher musste er bereits das Revier wechseln. Statt in der Meuroer Grube geht es nunmehr in Welzow-Süd über Stock und Stein.

Wer anschließend Hunger verspürt, könne im benachbarten Proschim ins "Schmeckerchen" einkehren. So heißt das neue Spezialitätenlokal, das am 15. Mai seine Pforten öffnet. "Bei uns dreht sich alles um den Flammkuchen", erklärt Mitinitiator Alexander Tetsch. Neben der wahlweise herzhaften oder süßen Spezialität werde den Gästen eine kleine Lügengeschichte aufgetischt, verrät der Fotojournalist schmunzelnd. "Nämlich, dass der Flammkuchen ursprünglich aus der Lausitz kommt." Tatsächlich stamme die Speise aus dem Elsass. Das "Schmeckerchen" lade ab Mitte Mai donnerstags bis sonntags jeweils ab 17 Uhr ein. Ein kleines Jubiläum darf Touristikerin Cornelia Schnippa aus Tätzschwitz in diesem Jahr feiern. Schließlich gibt es ihre Firma "Lausitzleben" bereits seit fünf Jahren. Aus den ursprünglich zwei Alpakas sind vier geworden. Darüber hinaus können in der neuen Saison um die 20 weitere Tiere auf dem Bauernhof an der Schwarzen Elster besichtigt werden. Die Tätzschwitzer Heimatstube neben der Kirche startet an diesem Sonntag, 26. April, in die neue Saison.

Auf möglichst viele Besucher per Boot freut sich bereits die Partwitzer Touristikerin Anja Ittmann. In der Saison 2015 allerdings vergebens. Der Barbarakanal, der den Geierswalder mit dem benachbarten Partwitzer See verbindet, sei noch immer nicht nutzbar. Nach Angaben der LMBV bemüht sich die Landesdirektion Dresden als zuständige Behörde möglichst zeitnah, eine Freigabe zu erreichen. Das werde aber voraussichtlich erst ab 2016. "Wir wollen auch endlich von den Wasserwanderern profitieren", sagt Ittmann. "Schon im letzten Jahr hieß es, der Kanal werde zügig geöffnet."

Den 29. August sollten sich alle Industrietouristen dick im Kalender anstreichen. Laut LMBV-Projektmanager Gerd Richter lädt an jenem Sonnabend der Industriepark Schwarze Pumpe zu einem Tag der offenen Tür ein. Sein Unternehmen präsentiere in diesem Rahmen die dortige Grundwasser- und Bodensanierung. Die Veranstaltung nehme Bezug auf ein Jubiläum: Am 31. August 1955, vor genau 60 Jahren, erfolgte der erste Spatenstich für den Aufbau des Kombinates Schwarze Pumpe.