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"Das Schwimmbad ist unser Bonbon"

Geschäftsführer Marcel Proske führte interessierte Besucher durch das Kiez. Lob zollten diese dem Schwimmbad.
Geschäftsführer Marcel Proske führte interessierte Besucher durch das Kiez. Lob zollten diese dem Schwimmbad. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Weißwasser. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonnabend hat sich das Kindererholungszentrum "Am Braunsteich" (Kiez) nachhaltig in Erinnerung gebracht. Der neue Chef Marcel Proske: Es geht weiter mit dem Kiez. Ingolf Tschätsch / igt1

Ein teilweise frischer Wind weht am Sonnabend durch das Kindererholungszentrum "Am Braunsteich". Frischen Wind versprühen auch die vielen Akteure mit ihren unterhaltsamen Angeboten beim Tag der offenen Tür. Ob nun bei den Tänzen der Sweet Hoppers oder Rainbow Kids vom TSC Kristall, bei der Parade der Maskottchen, beim Basteln und Bemalen von Steinen. Wer will, geht auf Schatzsuche mit dem Kiez-Maskottchen, dem Waldglasmännchen, oder beobachtet die Sonne bei den Lausitzer Sternenguckern. Wer will, kann einfach nur Kaffee und Kuchen bei musikalischer Umrahmung auf der sonnigen Terrasse genießen.

Die Botschaft des neuen Geschäftsführers Marcel Proske und seiner zehn Mitarbeiter haben mit vielen Helfern lautet: Uns gibt es noch, es geht weiter mit dem Kiez. Schauen Sie sich um, was wir alles bieten. Ein verheißungsvoller Neuanfang. Denn im letzten August sah es noch ganz anders aus. Wegen schlechter finanzieller Lage mussten der damalige Chef und ein Großteil der Mitarbeiter gehen.

Der erst 35-jährige CDU-Stadtrat Marcel Proske ist hoch motiviert, sprüht vor Ideen und erweist sich bei den Führungen der Besucher durch das Kiez als kompetenter Gesprächspartner. Mit Investitionen von rund zwei Millionen Euro soll das Objekt weiter aufgewertet werden. An Fenstern vom zentralen Bettenhaus mit seinen 190 Schlafmöglichkeiten prangen Aufschriften "Ich werde renoviert". Für die Kinder stehen Zwei- bis Acht-Bett-Zimmer, Gruppen- und Themenräume - auch für Unterricht, Fernsehen und Video - zur Verfügung. Wenn Gäste im Kiez feiern und übernachten wollen - kein Problem. Proske zeigt eines dieser Zimmer mit etwas gehobener Ausstattung: "Die Preise liegen zwischen 18 und 22 Euro pro Nacht plus 13 Euro, wer Vollverpflegung haben möchte."

Doris Schubert, die 36 Jahre in Weißwasser lebt und in der Nähe ihren Garten hat, ist reineweg aus dem Häuschen: "Wir kennen das Kiez ja noch von früher als Pionierlager. Meine Kinder waren oft hier. Mein Sohn übernachtet heute noch jedes Jahr mit Kumpels im Erholungszentrum, wenn sie sich zum Angeln am Braunsteich treffen", erzählt sie begeistert.

"Wo gibt es noch weit und breit ein solches Objekt in solch toller Lage?" Das fragt der Kiez-Chef, als er die Besucher durch das rund acht Hektar große Areal mit Blick auf den in der Sonne glitzernden Braunsteich geleitet. Nebenbei nennt er weitere Fakten: 400 Übernachtungen pro Tag sind möglich; im Kiez gibt es auch 25 Einzelbungalows und drei Bungalowkomplexe; bis zu 500 Mittagessen täglich sind machbar. Es gibt eine Disko und ein Kaminzimmer.

Am Schwimmbad angekommen, gibt es wiederum anerkennende Blicke der Besucher. "Das ist unser Bonbon, unsere Perle", betont Marcel Proske. Doch auch an der "Perle" gibt es noch einiges zu tun. Eine Besucherin ist verwundert, dass das Bad überhaupt noch existiert und öffentlich ist. "Dafür wurde ja auch bisher zu wenig Werbung gemacht", so Proskes Antwort. Erstaunen löst der geringe Eintrittspreis von nur einem Euro aus.

Der neue, frische Wind soll sich auch konzeptionell niederschlagen. "Wir setzen auf zwei Programmfelder. Das eine sind die bekannten Faktoren Wald, Wasser und Abenteuer. Das zweite und noch stärker pädagogisch ausgelegt, aktuelle Themen wie Energie und Bergbau, Geopark Muskauer Faltenbogen und Eiszeitdorf Krauschwitz und Zusammenarbeit mit dem Wolfskontaktbüro in Rietschen", erläutert Proske.