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| 15:27 Uhr

Schleifer Weihnachtsmarkt
Schleifer Christkind rührt Besucher zu Tränen

Hier segnet das Schleifer Christkind Ute Müller und deren Mutter Irmgard Täubrich.
Hier segnet das Schleifer Christkind Ute Müller und deren Mutter Irmgard Täubrich. FOTO: amz
Schleife. Vereine präsentieren sich auf dem Weihnachtsmarkt. Und ein umgebauter Drahtesel dient als Glücksrad.

Der Weihnachtsmarkt in der Schleifer Ortsmitte hat etwas ganz Besonderes. Statt vieler Händler aus der Ferne präsentieren sich dort die Schleifer Vereine und weitere Gruppen aus der Region. Mehr noch: Geheimnisvoll schweigend schreitet das Christkind mit seinen beiden Begleiterinnen über den Markt und wünscht den Besuchern Glück und Gottes Segen. Natürlich nicht mit Worten, sondern mit streichelnden weiß behandschuhten Händen und einer Rute, die auf die linke Schulter gelegt wird.

Als das Christkind, das der Tradition zufolge ein junges unverheiratetes Mädchen sein soll, zu Familie Müller/Täubrich kommt, zeigt sich Irmgard Täubrich sichtlich gerührt. Sogar eine Träne kollert über die Wange. Trotz ihrer fast 90 Lebensjahre sei dieser Brauch noch immer etwas Besonderes für sie. „Besonders Gesundheit kann ich im neuen Jahr gut gebrauchen“, sagt die Halbendorferin flüsternd. Tochter Ute Müller wird ebenfalls gesegnet. „Wir sind glücklich, dass es diese Tradition in unserem Kirchspiel gibt.“

Ein Fahrrad steht dagegen im Mittelpunkt am Stand der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde Schleife. Der Drahtesel wurde nämlich zum „Glücksrad“ umgerüstet. „Ein Opa, der aber sicher nicht seinen Namen in der Zeitung lesen will, hat das Gefährt umgebaut“, erklärt Simona Paulo von der Kirchengemeinde.

Zwischen den Speichen leuchten verschiedene Farben. Und das Beste daran ist: „Jeder, der daran dreht, gewinnt etwas“, so Paulo weiter. Die Christen haben kleine, liebevoll verpackte Geschenke, beispielsweise selbst gebackene Plätzchen, vorbereitet.

Deftiger geht es dagegen am Stand der Schleifer Feuerwehr zu. Zahlreiche Bratwürste und Schaschlik-Spieße bruzeln auf dem Grill. „Und zwar nach Hausmacherart“, erläutert Jens Schönekehs, stellvertretender Ortswehrleiter.

Gleich nebenan schenken die Kameradinnen braune und weiße Schokolade aus. „Die Einnahmen kommen unserer Jugendfeuerwehr zugute“, so Schönekehs. „Wir wollen den Kindern auch mal was bieten, beispielsweise einen Ausflug.“ Derzeit gebe es in Schleife acht Nachwuchskräfte im Alter zwischen acht und 18 Jahren.

Gegenüber bietet „Neddel“ ihre Waren feil. „Neddel“, so der Spitzname von Annett Hebrank, präsentiert  Holz-, Ton- und Kunststoffprodukte. „Alles selbst gemacht“, sagt die junge Frau stolz. „Ich fummle seit klein auf gern.“ Bei den Leuten besonders gefragt seien die hölzernen Weihnachtsbäume.

Mit stattlichen Forellen stehen dagegen die Schleifer Angler auf dem Weihnachtsmarkt. „Die 100 Fische gehen mit Sicherheit weg“, weiß Christian Lehmann vom Verein aus Erfahrung. Doch zuvor werden die Kiemenatmer, die von den Peitzer Fischern stammen, geräuchert. „Dadurch werden die Fische haltbarer und bekommen diesen unverwechselbaren Geschmack“, so Lehmann.

Auch im Saal des Sorbischen Kulturzentrums ist eine Menge los. Den Mittelpunkt bilden zahlreiche Puppen und Teddybären aus drei Jahrhunderten. Schon seit vielen Jahren befasst sich die Groß Dübenerin Erika Saecker mit der Reparatur und Restauration dieses beliebten Spielzeugs. Längst kämen nicht nur Eltern mit Kindern in ihre Werkstatt, sondern auch ältere Leute.

„Manche lassen dann ihre über 50 Jahre alten Teddys wieder instandsetzen“, erklärt die Hobbykünstlerin. Und ja, trotz allen digitalen Spielzeugs gebe es selbst im Jahr 2017 noch immer genügend Menschen, die ihre liebgewonnenen Spielkameraden reparieren lassen. „Aber leben kann man davon nicht“, schränkt Erika Saecker ein.

(amz)