Warum haben Sie sich gerade für das Theater in Senftenberg entschieden„
Esther Undisz: Ich habe ja in den vergangenen Jahren schon regelmäßig als Gast hier gearbeitet. „Iphigenie auf Tauris“ , „Effie Briest“ und „Ich lieb dich, ich lieb dich nicht“ habe ich mit auf die Bühne gebracht. Daher sind mir das Haus, die kreative Atmosphäre des Teams und die Stadt nicht unbekannt. Als dann das Angebot kam, hier fest mitzuarbeiten, war meine Antwort schnell da. Nach einiger Zeit der freien Tätigkeit, hat es auch wieder seinen Reiz, fest zu einem Ensemble zu gehören.
Bernd Färber: Dass in Senftenberg spannendes Theater gemacht wird, hat sich seit der Auszeichnung zum „Theater des Jahres“ weit in der deutschen Kulturlandschaft herumgesprochen. Auch deshalb habe ich mich hierher beworben.
Wolfgang Schmitz: Meine erste Gastrolle hatte ich schon im Jahr 2004 in Senftenberg - damals in der „Schatzinsel“ während des GlückAufFestes. Mit dem Intendanten Sewan Latchinian habe ich zuvor ein paar Jahre am Rheinischen Landestheater in Neuss zusammengearbeitet. Sein Verständnis von Theater-Machen imponiert mir sehr, und deshalb war ich interessiert, weiter gemeinsam mit ihm zu arbeiten.

Senftenberg ist im Vergleich zu den großen Theatermetropolen eher eine Kleinstadt. Haben Sie den Charme der Stadt für sich entdecken können - vielleicht auf den zweiten Blick“
Wolfgang Schmitz: Ich habe die vergangenen vier Jahre in Berlin verbracht. Und ich muss sagen: Ich bin immer noch in der Phase, in der ich es genieße, hier in Senftenberg einfach etwas ruhiger zu leben. Das hat für mich durchaus seinen Reiz.
Esther Undisz: Was hier in der Stadt wirklich wertvoll und außergewöhnlich ist? Das sind die Menschen, die sich wie kaum irgendwo anders mit ihrem Theater identifizieren und sich mit ihm verbunden fühlen. Sie gehen offen auf das Theater und uns Theaterleute zu, sie interessieren sich wirklich für das, was hier passiert. Und das ist ein total schönes Gefühl - und für einen Theatermacher auch eine besondere Lebensqualität.
Bernd Färber: Ich bin erstmals an einem Januartag nach Senftenberg gekommen und muss gestehen, dass sich damals der Charme der Stadt nicht sofort offenbarte. Als es dann Sommer wurde, ich den See und sein Umfeld schätzen lernte, hat sich alles in neuem Licht dargestellt.

Das Gespräch führte
Catrin Würz.