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| 21:46 Uhr

Lausitzer Seenland
Das Parken mit Caravan und Kleinbus am See wird teurer

Boxberg. Boxberg ändert Gebührenordnung. Es wird strenger.

  Haben Autos am Bärwalder See zu schnell ein Knöllchen  hinter dem Scheibenwischer? Zumindest die Gemeinderäte Armin Hoffmann und Hans-Jürgen Kasper finden das schon. Da will sich der eine  in der Touristinfo (Tiz) mal nur kurz ein paar Infos besorgen oder der andere eine Bockwurst holen, und schon wird er abgestraft. „Der Bayer würde sagen, das ist hinterfotzig“, so Armin Hoffmann. Der erste Eindruck werde so gleich zunichte gemacht. Deshalb spricht sich der Kringelsdorfer wie auch der Boxberger für eine halbe Stunde freies Parken aus. Gunna Sock würde dagegen das Problem anders lösen. Zwei Kurzzeitparkplätze vor dem Tiz würden seiner Meinung nach auch schon helfen.

Die dritte Änderung der Gebührenordnung für das Parken auf öffentlichen Wegen und Plätzen im Gebiet der Gemeinde Boxberg führt am Montagabend zu allerlei Diskussionen im Rat und findet nicht nur Fürsprecher. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung wird sie dann doch angenommen. Auslöser für die Anpassung sind Campingfreunde, die die öffentlichen Parkplätze rund um den See genutzt haben, um dort kostengünstig zu übernachten. Das Ganze brachte der Brief eines Campingplatzbetreibers ins Rollen. Wobei Hauptamtsleiter Arian Leffs zugeben muss, dass das versteckte“Campen auch der Gemeinde bereits aufgefallen war. Wohl um die Zeiten des Ordnungsdienstes wissend, wurde meist nach 21 Uhr der Grill und die Stühle ausgepackt, um es sich mit Caravan und Wohnmobil auf dem Parkareal gemütlich zu machen.

Wie dem nun aber einen Riegel vorschieben? Mehrere Runden lang wurde in der Verwaltung überlegt. Eine Durchfahrtshöhen-Begrenzung für Caravans wurde überlegt und dann wieder verworfen. „Wir wollen sie ja nicht Tagesbesucher am See verhindern“, so Leffs. Die Lösung soll nun die Erhöhung des Tagestickets bringen. Das steigt um 100 Prozent, was Gemeinderat Hans-Jörg Mudra überhaupt nicht gut findet. „Wir stoßen das Klientel, das wir haben wollen, vor den Kopf“, so der Uhyster. Kostete bisher das Tagesticket für Parker mit Kleinbus, Wohnmobil oder Caravan zehn Euro, werden es künftig 20 Euro sein. Die Boxberger hoffen, dass bei dem Preis damit die zwei Campingplätze am See eher für die Camper in Betracht kommen.

Was verändert sich noch? Auch die Tageskarte (alles über drei Stunden)  für Krad und Pkw wird angepasst. Sie steigt von fünf auf sechs Euro. Außerdem werden Dauertageskarten eingeführt. Sie kosten für einen Monat 35 Euro, für sechs Monate 150 und für zwölf Monate 225 Euro. Nachfragen dazu gibt es, so Leffs. Skater, Angler oder auch ausländische Gäste hätten diesbezüglich Wünsche geäußert. Auch über eine Kartenzahlung werde nachgedacht.

Weil es dazu schon im Ausschuss Nachfragen gegeben hat, erklärt der Hauptamtsleiter, dass der Parkgebühr keine Kalkulation zugrunde liegt. Vielmehr habe das Ganze Lenkungsfunktion. „Bequemlichkeit kostet“, so Sigrun Hajdamowicz. Wer nicht in der ersten Reihe parken möchte, habe im Ort genügend Alternativen, die kostenfrei seien.

Allerdings tun sich dort auch Probleme auf. 40-Tonner, die auf dem Parkplatz am Dorfgemeinschaftshaus in Boxberg stehen, oder Kunden der Eisdiele in Uhyst, die das Ortszentrum zustellen, sorgen für Ärger. Jede Menge Arbeit für den Ordnungsdienst, der nun wieder unterwegs ist. Wie konkret, das wollte Bürgermeister Achim Junker (CDU) im Rat nicht erläutern. „Die Kontrolle auch außerhalb des Sees wird besser werden“, kündigte er nur an. In Uhyst dürfte das der eine oder andere Kraftfahrer am Sonntag schon gespürt haben. Denn dort wurde im Sonnenschein abgestraft.