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Das Njepila-Hoffest wird volljährig

Rohne. Was wohl Hanzo Njepila so denken mag, wie er da auf seiner Bank auf seinem Hof sitzt und die Welt beobachtet? Sagenhaft, wird er denken, was die Rohnschen hier so alles in seinem Namen auf die Beine stellen. Sagenhaft, dass das Hoffest an diesem Sonntag schon zum 18. Regina Weiß

Mal stattfindet. Es ist damit volljährig und nun auch offiziell den Kinderschuhen entwachsen. Schon länger hat es sich einen Namen gemacht.

"Sagenhaftes auf dem Njepila-Hof" lautet an diesem Sonntag das Motto, wenn der gleichnamige Verein einlädt. Im Januar war man auf das Thema gekommen, erklärt Vereinsvorsitzender Manfred Nickel. "Es ist doch wirklich sagenhaft, was wir hier als Verein geschaffen haben. Es ist sagenhaft, dass wir dieses Ambiente hier so lebendig halten", erklärt er. Beim Altersdurchschnitt der Mitglieder eine echte Herausforderung. Es ist also zuerst die eigene Arbeit, die hinter dem Motto steckt. Es geht aber am Sonntag auch um die Sagen, die die Region zu bieten hat. Es werden einige zu hören sein. Damit werden nicht nur diese Geschichten wachgehalten, sondern gleichzeitig das Schleifer Sorbisch.

Was bietet das Hoffest noch? Der Tradition folgend beginnt es um 9.30 Uhr mit einem zweisprachigen Gottesdienst. In diese Veranstaltung ist zum zweiten Mal in der Geschichte des Festes eine Taufe eingebunden. Eltern und Großeltern des (Enkel-)Kindes hätten sich das so gewünscht.

Um 11 Uhr beginnt dann der kleine Bauernmarkt. Hausschlachtenes, selbst gebackener Kuchen und das Njepila-Brot werden angeboten. Damit ausreichend vorhanden ist, ist Freitag Backtag. Da dürfte nicht nur der Ofen heiß laufen, wenn rund 16 Kuchenbleche abgearbeitet werden.

Ebenfalls um 11 Uhr beginnt das Platzkonzert (der Frühschoppen) mit der Schalmeienkapelle Rohne. Das Nachmittagsprogramm startet wie gewohnt um 14 Uhr. Manfred Nickel schlüpft dann in die Rolle von Hanzo Njepila, um die Gäste zu begrüßen. Danach sorgen die Tanzgruppe Zeißig, das Tschechische Folkloreensemble "Krusnohor", die Witaj-Kita Rohne, das Sorbische Kinder- und Jugendensemble Schleife und die Tanzgruppe Bärenbrück für Unterhaltung. Mit Zeißig und Bärenbrück sind wieder Gruppen eingeladen, die vor mehreren Jahren schon einmal in Rohne waren.

Die Tschechen sind Neulinge. Sie reisen aus dem tschechischen Erzgebirge an. Ein Freund des Njepila-Vereins hat den Kontakt hergestellt. "Wir wollten nicht immer im eigenen Saft schmoren", formuliert es Nickel ganz praktisch. Alle anderen, auch die aus anderen Vereinen des Ortes, sind gern zum Zuschauen eingeladen.

Nach 17.15 Uhr finden sich ebenfalls einer Tradition folgend die Kinder am Kartoffelfeuer ein. Die Knollen stammen diesmal von den Hobbybauern aus der Ortschaft. Der Verein selber hatte in diesem Jahr Hafer angebaut, um in Projekten den Kindern zu zeigen, wie es bei ihren Vorfahren auf dem Bauernhof zuging.

Dass Leben auf dem Hof herrscht, werden die Vereinsmitglieder am Freitag bei einer "Zusatzaufgabe" unter Beweis stellen. Im Rahmen des Kreiswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" schaut die Jury vorbei. Wahrscheinlich darf sie schon mal vom frischen Blechkuchen kosten.