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| 18:29 Uhr

Finanzen
Das Boxberger Vermögen ist 77 Millionen Euro „schwer“

Das Touristinformationszentrum in Boxberg gehört zum Vermögen der Kommune.
Das Touristinformationszentrum in Boxberg gehört zum Vermögen der Kommune. FOTO: Regina Weiß
Boxberg. Der Gemeinderat stimmt der Eröffnungsbilanz einstimmig zu und staunt über ausstehende Schulden.

Bei einem „Spielfeld“ von 217 Quadratkilometern Größe kann man schon mal das eine oder andere sportliche Ziel aus den Augen verlieren. So ist es der Gemeinde Boxberg in der Disziplin Eröffnungsbilanz ergangen. Der mehrjährige Dauerlauf hat am Montagabend in der Ratssitzung sein gutes Ende gefunden. Dort wurden nicht nur die Eckdaten des umfangreichen Zahlenwerkes vorgestellt, sondern vom Gemeinderat auch einstimmig abgesegnet. Damit reiht sich die Gemeinde in die Reihe der Kommunen ein, die diesen Kraftakt nun geschafft haben. 2017 waren es 63 Prozent der Gemeinden und Städte landesweit gewesen.

Eingebrockt hat die Arbeit auch den Boxbergern der Freistaat, als der 2004 beschloss, die Finanzen der Gemeinden von der Kameralistik auf die Doppik umzustellen. Stichtag war der 1. Januar 2013. Aus dieser Zeit stammen auch die nun vorgelegten Zahlen, erklärt Kämmerer Ulrich Bänsch. Doch sie sind die Grundlage für alle Abschlussbilanzen der Folgejahre. Die Jahresabschlüsse 2013/14 gehen die Boxberger nun an. Diese müssen vorliegen um den Haushalt 2019/20 genehmigt zu bekommen. Das alles wird von der Kämmerei jetzt angepackt.

„Die Haushaltslage verbessert sich nicht“, musste sich Gemeinderat Horst Jannack mit Blick auf das umfangreiche Zahlenwerk eingestehen. Doch die Boxberger wissen nun ganz genau, welches Gemeindevermögen und welche Verbindlichkeiten auf 18 Ortsteile verteilt sind. Das alles zu ermitteln, sei eine aufwendige und zeitfressende Arbeit gewesen. Schließlich musste jedes kommunale Gebäude vermessen, jedes Fahrzeug bewertet und jeder Kontostand ermittelt werden. Dafür gab es während der Ratssitzung gleich mehrfach Dankesworte.

Das Vermögen von Boxberg beläuft sich auf 77,039 Millionen Euro, wobei 42,2 Millionen in Sachanlagen gebunden sind. Das reicht vom unbebauten Grundstück bis hin zu Straßen, Wegen und Plätzen. Allein Letztgenannte sind 18,7 Millionen Euro wert. 124 Gebäude mussten bewertet werden, um festzustellen, dass hierbei rund 14 Millionen Euro an Wert zusammenkommen.

Für Erstaunen sorgte auch die Summe, 1,04 Millionen Euro Forderungen aus Beiträgen und Steuern zu haben. Gemeinderat Frank Müller wollte wissen, ob man da dran bleibe. Ulrich Bänsch erklärte, dass derzeit ziemlich viele Mahnverfahren laufen.

Schmerzhafte Erinnerungen kamen bei einer ganz bestimmten Summe auf. 2013 beliefen sich die liquiden Mittel bei den Banken auf rund 19,53 Millionen Euro. „Damals ging es uns noch richtig gut“, musste auch Antje Lukas von der Kämmerei bei ihrer Präsentation der Zahlen einschätzen.

Übrigens wird die Eröffnungsbilanz in naher Zukunft auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht und in der Kämmerei vorgehalten. Denn der Gesetzgeber fordert, dass die Zahlen dauer­haft einsehbar sind.

(rw)