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| 17:57 Uhr

Sicherheit
Dank Klaus Thamm Täter erwischt

Uwe Horbaschk (r.) dankt Klaus Thamm und sagt: „Das mach ich von Herzen und würde es gern viel, viel öfter machen.“
Uwe Horbaschk (r.) dankt Klaus Thamm und sagt: „Das mach ich von Herzen und würde es gern viel, viel öfter machen.“ FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Polizeirevier-Chef würdigt couragiertes Verhalten von Sicherheitsdienst-Mitarbeiter. Von Gabi Nitsche

In der RUNDSCHAU war am 28. Mai unter der Überschrift „Hakenkreuze in Weißwasser geschmiert“ zu lesen, dass dank eines Zeugen zwei Verdächtige im Alter von 31  und 39 Jahren  gestellt werden konnten. Über zwei Kilometer entlang der Berliner Straße hatten die Männer die Gebäude beschmiert.

Der Zeuge war Klaus Thamm (50). Mittwoch bekam er Besuch vom Leiter des Polizeireviers Weißwasser, Uwe Horbaschk. Dieser bedankte sich bei Klaus Thamm für dessen Zivilcourage. Seit zwölf Jahren arbeitet Thamm beim Interservice Ermittlungsdienst, Wach- und Sicherheitsdienst Weißwasser. In der Nacht zum 25. Mai war er mit dem Auto auf Streife. In der Ziegelstraße bemerkte Klaus Thamm zwei Männer bei Schmierereien. „Er hat das nicht nur sofort der Polizei gemeldet, sondern die beiden nicht mehr aus den Augen gelassen. Seine Angaben waren so lückenlos und belastbar, dass wir den beiden Männern, die der Polizei nicht unbekannt sind, die Tat nachweisen und weitere Ermittlungen vornehmen konnten“, skizziert Horbaschk kurz das Geschehen in besagter Nacht. „Das ist schon eine Ausnahme“, so der Revierchef. Nun könne ja manch einer sagen, dass sei doch die Pflicht für jemanden von einem Sicherheitsdienst. Horbaschk schüttelt den Kopf. „Nein. Denn das war taktisch sehr klug von ihm und ein wasserdichtes Handeln.“ Dass Leute Beobachtungen machen und die Polizei informieren, passiere schon. Aber so umfänglich nicht. „Und bei Klaus Thamm ist ja nicht das erste Mal, dass es so gut gelaufen ist“, unterstreicht der Polizist. Deshalb auch das öffentliche Dankeschön. Wobei: „Zivilcourage bedeutet, nicht wegzugucken und uns anzurufen. Es bedeutet aber auch nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Also bitte, nicht den Helden spielen. Gesundheit ist das höchste Gut“, appelliert Uwe Horbaschk, unterstreicht aber, wie wichtig es für die Polizei ist, diese Hinweise zu erhalten. Sich als Zeuge zu outen, kann auch Unannehmlichkeiten nach sich ziehen, wie auch vor Gericht auszusagen.

Klaus Thamm verliert nicht viele Worte: „Die Augen aufhalten, das sehe ich schon als meine Pflicht an.“ Sein Chef Steffen Müller: „Es würde niemandem gefallen, wenn die eigenen Hauswände beschmiert würden. Es geht da nicht nur um uns als Uniformierte eines Sicherheitsdienstes, sondern um uns als Bürger.“ Seinem langjährigen Mitarbeiter versichert er: „Durch seine Beharrlichkeit konnten schon andere Dinge aufgeklärt werden. Wir sind als Ermittlungsdienst schon recht stolz auf ihn.“ Müller ergänzt lachend: „Das Wichtigste ist ansonsten feststellen, melden und Arsch in Sicherheit bringen.“ Kompagnon Uwe Niegel unterstreicht das.

Nach zwölf Jahren in diesem Job – vorher hat der gelernte Schlosser und Industriemechaniker auf Montage gearbeitet – hat der 50-Jährige eine Menge Routine und entsprechendes Bauchgefühl, wenn er nachts auf Tour ist und irgendwas sieht. Für die Polizeistreifen ist der Sicherheitsdienst weiß Gott keine Konkurrenz. „Wir sprechen uns draußen auch mal ab“, erklärt Klaus Thamm. Und Uwe Horbaschk kann dem nur beipflichten.