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Damit die Rakotzbrücke eine Zukunft hat

Michael Kretschmer, Markus Ulbig, Dietmar Noack und Thomas Jurk (v.l.n.r.) freuen sich gemeinsam über die 2,4 Millionen-Euro-Förderung. Die steht im Vertrag festgeschrieben, wie sich Noack überzeugt (kleines Foto).
Michael Kretschmer, Markus Ulbig, Dietmar Noack und Thomas Jurk (v.l.n.r.) freuen sich gemeinsam über die 2,4 Millionen-Euro-Förderung. Die steht im Vertrag festgeschrieben, wie sich Noack überzeugt (kleines Foto). FOTO: Regina Weiß
Kromlau. Die Rakotzbrücke war am Ende. Mehr als 160 Jahre auf den Steinen sind die Alterserscheinungen nicht mehr wegzudiskutieren. Regina Weiß

Sie fing an zu bröckeln und musste mit Bauzäunen abgesperrt werden.

Doch nun gibt es eine Zukunft. Endlich! Diese hat am Freitagmittag mit zwei Unterschriften begonnen. Sachsens Innenminister Markus Ulbig und der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) haben im Beisein zahlreicher Gäste im Kromlauer Schloss die städtebauliche Vereinbarung zur Sanierung des Rakotz-Ensembles unterzeichnet. "Es ist die zweitwichtigste Unterschrift meines Lebens. Die erste war die bei der Eheschließung", so der Bürgermeister lachend. Und er hat gut lachen, schließlich geht es um 2,4 Millionen Euro, die Bund und Land aus der Städtebauförderung der Gemeinde Gablenz zur Verfügung stellen wollen. Genau so groß ist der Finanzbedarf für das Bauprojekt. Damit dürfte den kommunalen Vertretern ein Stein vom Herzen gefallen sein, müssen sie für die Bauarbeiten nicht den Haushalt belasten. Das Bauwerk sei eins von nationalem Rang und es brauche nationale Anstrengungen, um es zu erhalten, begründet Ulbig wenig später mit Blick auf eben jenes sächsische Wahrzeichen.

Bis zu dieser Erkenntnis hat es mehr als vier Jahre Zeit, vielerlei Anstrengungen, Gespräche, Nerven und neue Anläufe gebraucht. Noack verhehlt nicht, dass die Kommune auf diesem Weg manche Enttäuschung verkraften musste. "Doch wir haben nicht aufgegeben", so der Gemeindechef. Dazu gehörte auch, dass man die beiden Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (CDU) und Thomas Jurk (SPD) einspannte. Sie fungieren gestern übrigens als Notare, wie Thomas Jurk scherzhaft einwirft, um zu schauen, ob beim Unterschriften-Prozedere auch alles richtig vonstattengeht. "Das ist ein wichtiger Schritt, ein erster. Die richtige Arbeit fängt jetzt erst an. Es wird ein Kraftakt", ist sich Noack schon mal ganz sicher.

Ein Kraftakt ist auch der Erhalt und die Pflege des Parks, erzählt Noack dem Minister beim Rundgang. Um die größte Rhododendronanlage Deutschlands zu erhalten, brauche es vor allem viel Muskelkraft, sollen die Rhododendren und Azaleen nicht von Wildwuchs überwuchert werden. Im Herbst sind beim mittlerweile 15. Parkseminar wieder freiwillige Helfer im Einsatz, um genau das zu verhindern.

Kosten von bis zu 7000 Euro im Jahr laufen auf, um den Rakotz per Pumpkraft zum entsprechenden Wasserstand zu verhelfen. Dieser wird aus zweierlei Dingen gebraucht. Zum einen, damit die Rakotzbrücke sich im Wasser spiegelt. Für dieses besondere Bild machen sich Touristen aus aller Welt auf in den Park. Zum anderen ist das Wasser wichtig für die Statik der Brücke. In die hatte schon Parkgründer Friedrich Hermann Rötschke nicht so das rechte Vertrauen. Fast zehn Jahre ließ er das Bauwerk aus Basalt gestützt und eingeschalt stehen. Nachdem zuletzt zu DDR-Zeiten Arbeiten an der Brücke erfolgten, "werde es nun höchste Zeit", so Noack, um "sie für die Nachwelt erhalten zu können."