| 02:47 Uhr

Damit beim Wappen alles seine Ordnung hat

Rietschen. Dass die Heraldik eine Wissenschaft für sich ist, davon können die Rietschener Gemeinderäte nun ein Lied singen. Ausgiebig haben sie sich in der jüngsten Ratssitzung mit dem Thema befasst, als es um ein genehmigungsfähiges Wappen ging. rw

Hintergrund ist, dass die Gemeinde zwar seit Jahrzehnten ein solches in ihrem Briefkopf führt, dieses aber nicht korrekt ist. Das hat ihnen jüngst Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch ins Stammbuch geschrieben. Gleich auf mehrere Fehler machte der Fachmann aufmerksam. So entspreche schon die Form - das neo-barocke Wappenschild - nicht den Gepflogenheiten der gegenwärtigen Kommunalheraldik, klärte Mantzsch auf. Falsche Farben und die fehlerhafte Darstellung von Symbolen kämen ferner hinzu. Um nun ein genehmigtes Wappen zu bekommen, haben sich die Gemeinderäte zwischen zwei Varianten entscheiden müssen. Die Mehrheit folgte dem Vorschlag des Fachmannes.

Die im Wappen gewählten Symbole waren und sind Schlägel und Eisen, ein Glaskelch und stilisierte Bäume. Diese Motive werden beibehalten, weil sie auch für die Entwicklung von Rietschen und seiner Ortsteile stehen.

Nach dem Beschluss des Gemeinderates erfolgen nun durch den Wappenkundler die Dokumentation, das Gutachten vom Sächsischen Hauptstaatsarchiv, dann die Genehmigung.

Nicht einigen konnten sich die Räte allerdings bei der Flagge für ihre Gemeinde. Schon die Farben - Rot und Weiß sollen es sein - sorgten für Irritationen. Die Landesfarben von Polen oder Brandenburg kamen den Räten da in den Sinn. Dabei ergeben sich die Farben der Fahne aus denen des Wappens. Und das Rietschener war und bleibt rot. Hierzu soll die Diskussion in der Juli-Sitzung fortgesetzt werden.