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Dachstuhl brannte völlig aus

Weißwasser.. Erst langandauernde Hitze und extreme Trockenheit und dann Unwetter – Starker Regen mit Hagel, Gewitter und Sturmböen suchten in der Nacht zum Mittwoch auch den Altkreis Weißwasser heim und verursachten, von Ausnahmen abgesehen, nur geringere Schäden. Von Ingolf Tschätsch

Gegen 4 Uhr in der Frühe ging es los, öffnete der Himmel weit seine Schleusen, rissen Blitz und Donner die Bürger aus dem Schlaf. Zu den besonders betroffenen Gemeinden gehörte Groß Düben. Dort kam es durch Blitzschlag zum Brand eines Dachstuhles eines Nebengebäudes am Schleifer Weg, wie Uwe Horbaschk, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, gegenüber der RUNDSCHAU bestätigte.
Dabei wurde der Dachstuhl völlig zerstört, das angrenzende Wohnhaus jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Vier Bewohner des Grundstückes mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Kreiskrankenhaus Weißwasser gebracht werden. 25 Kameraden der Feuerwehren Groß Düben, Halbendorf, Schleife und Weißwasser rückten mit fünf Löschfahrzeugen zur Brandbekämpfung aus. Zur Höhe des Schadens konnte die Polizei noch keine Aussage treffen, da die Ermittlungen noch andauern.
Knapp 60 Liter Regen gingen auf den Quadratmeter in Größ Düben nieder. Das bekam auch Christoph Aurich zu spüren. Infolge einer verstopften Leitung stand der Hof des Gewerbetreibenden unter Wasser. Gestern Vormittag waren er und seine Familie gemeinsam mit Groß -Dübener Feuerwehrleuten dabei, die Leitung wieder frei zu bekommen.
Die Florianjünger waren gestern überhaupt die gefragtesten Leute. In Groß Düben, Schleife und Halbendorf wurden sie fünf Mal gerufen, um vollgelaufene Keller auszupumpen. In Weißwasser an der Schulze-Delitzsch-Straße entzündete sich ein Baum infolge Blitzschlag.
Die Flammen fanden jedoch keine Nahrung, so dass das Feuer von selbst verlosch, ohne dass die Feuerwehr eingreifen musste.
Dagegen war sie in Arnsdorf-Hilbersdorf im Altkreis Niesky gefordert, um eine durch Schlamm und Geröll verschmutzte Straße wieder für den Verkehr passierbar zu machen.
Auf dem Campingplatz am Halbendorfer See blieben größere Schäden durch das Unwetter aus, wie Lothar Ahr, Geschäftsführer des Zweckverbandes, im Gespräch mit der RUNDSCHAU berichtete.
Zwei Bäume mittlerer Größe knickte der Sturm um, was jedoch ohne Folgen für die Platzbewohner blieb. Zurzeit ist das Terrain sehr gut ausgelastet. Einige Pavillons und Zelte wurden jedoch durch die Böen in Mitleidenschaft gezogen. Wie Lothar Ahr hinzufügte, laufen Regenmassen relativ schnell wieder ab, da sich der Standort des Campingplatzes auf einem geneigten Wiesengelände befindet.
Die Frage, ob ein Blitzschutz für das Leinwand-Areal vorgeschrieben ist, verneinte der Geschäftsführer. „Wir vermieten nur den Platz. Für die unmittelbare Sicherheit ist jeder Nutzer selbst verantwortlich. Außerdem ist Blitzschutz für Zelte kaum praktisch machbar“ , so Lothar Ahr.
Auch der Campingplatz in Kromlau blieb von größeren Beeinträchtigungen durch das Unwetter verschont, wie Nachfragen der Heimatzeitung ergaben. Im wesentlichen seien nur Äste heruntergerissen worden, hieß es dort.