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Dachbau ist wichtig für Geschichte und Zukunft

Helmut Richter (Vorsitzender vom Förderverein, m.) im Gespräch mit Firmeninhaber Frank Müller und Bauberater Dietmar Merkel (r.) vor dem Mehrzweckgebäude.
Helmut Richter (Vorsitzender vom Förderverein, m.) im Gespräch mit Firmeninhaber Frank Müller und Bauberater Dietmar Merkel (r.) vor dem Mehrzweckgebäude. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Reichwalde. Im ehemaligen Rittergut in Reichwalde haben schon lange die Kinder das Sagen. Das Schullandheim freut sich über eine gute Saison und steckt mitten in seiner letzten großen Baumaßnahme: Der Dachneubau am Mehrzweckgebäude. Regina Weiß

"Ich mach's doch gerne." Ein Lachen zieht sich dabei durchs Gesicht von Helmut Richter. Dem Vorsitzenden des Fördervereins Schullandheim Reichwalde sieht man seine 75 Jahre nicht unbedingt an. Dass er nicht einrosten kann, schreibt Helmut Richter den immer wieder anstehenden Herausforderungen beim Erhalt und Ausbau des Schullandheimes zu. Dort ist im September wieder ein neues Kapitel in der Baugeschichte aufgeschlagen worden. "Es ist unser letztes großes Bauvorhaben", schätzt Helmut Richter ein. Nicht dass es heißt, danach wäre eventuell Feierabend. Doch alles, was künftig erfolgen soll, könne nur Schrittweise erfolgen.

Mitte September ist die weitere Dachsanierung am Mehrzweckgebäude gestartet. Vorher hatte der Förderverein sich wieder um einen Zuschuss bemüht. Dass Helmut Richter beim "Klinkenputzen" nicht nachlässt, war von Erfolg gekrönt. Im Juli gab es Post vom Kommunalen Sozialverband Sachsen. Darin wurde den Reichwaldern mitgeteilt, dass das Sozialministerium 70 000 Euro Fördermittel beisteuert. Diese müssen bis zum Jahresende abgerechnet sein. Doch Helmut Richter ist um diesen Termin nicht bange. Das Projekt war auch in diesem Fall wieder gut vorbereitet, sodass mit dem grünen Licht vom Land die Ausschreibung beginnen konnte. 105 000 Euro werden in den Dachbau investiert. Das bedeutet auch 35 000 Euro Eigenmittel für den Förderverein. Keine kleine Summe. Die ist nicht nur durch Eigenleistungen zu erbringen. Deshalb heißt es auch jetzt wieder, Türen klopfen oder besser Briefe schreiben. Die Reichwalder hoffen auf Sponsoren aus der Region.

Derweil haben die Baufirmen aus der Region laut Helmut Richter schon gute Arbeit geleistet. Dachdecker Arne Tschepel aus Reichwalde, Zimmermann Bernd Petrick aus Schleife und Frank Müller mit seiner Baufirma aus Reichwalde haben die Aufträge erhalten, um aus Alt Neu zu machen.

2013/2014 war der erste große Abschnitt des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes vom Rittergut in Angriff genommen worden. Dach, neue Fenster, eine Eingangstür, Treppen sowie ein Sportboden konnten realisiert werden. Mehr als 300 000 Euro wurden dafür eingesetzt. Das Geld hat sich bereits bezahlt gemacht, finden Helmut Richter und die pädagogische Leiterin Christine Neumann. Als Schlechtwettervariante für Schulklassen oder Ferienkinder sei diese neue Möglichkeit top. "Die Mitglieder von Budofitness aus Cottbus waren so begeistert, dass sie die ganze Zeit dort oben trainiert haben", erzählt Christine Neumann. Auch die Fußballer von Reichwalde werden in der jetzt anstehenden Jahreszeit gern unterm Dach die Tore schießen.

Dass nun auch das letzte Drittel des Dachs erneuert wird, sei wichtig für zwei Sachen. "Zum einen retten wir das Gebäude. Der Denkmalschutz war deshalb ganz begeistert, dass wir weitermachen. Zum anderen halten wir an unseren Projekten fest", so Helmut Richter. Geplant ist, dass der Mehrzweckbau nicht nur für das Projekt "Gesunde Ernährung - Sport aktiv" genutzt wird, sondern auch der lang gehegte Wunsch - die Einrichtung von Projekträumen für Elektrotechnik sowie Metall- und Holzverarbeitung - sich doch noch umsetzen lässt. Mit der Dachsanierung erfolge der erste und ganz wichtige Schritt dafür.

Die Projekträume könnten nicht nur von den Mädchen und Jungen der Freien Oberschule Boxberg genutzt werden, sondern auch dem Schullandheim weitere Gästekreise erschließen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Derweil geht man in den Endspurt der Saison 2016. "Wir haben die magische Grenze wieder überschritten und freuen uns über mehr als 6000 Übernachtungen", so Christine Neumann. Zum Abschluss der Saison ist das Haus mit dem Streckenposten der Lausitz-Rallye noch einmal völlig ausgebucht. "Parallel dazu planen wir für die nächste Saison." Dabei gehen Anfragen schon weit darüber hinaus. Klassen aus Sachsen und Brandenburg haben bis ins Jahr 2020 im Schullandheim Reichwalde Klassenfahrten oder Projekttage reserviert. "Das gibt uns Planungssicherheit", so Neumann.

Zum Thema:
2016 kam den Reichwaldern sehr gelegen, dass die Sommerferienzeit in Sachsen und Brandenburg von Anfang Juni bis Ende August dauerten. Davon profitiert die Einrichtung auch 2017. Mai, Juni und Juli sind schon ausgebucht. Im März gibt es noch freie Kapazitäten. Oder im September 2017. Das wäre ideal für Schulklassen, die Kennlerntage veranstalten wollten. www.schullandheimreichwalde.de