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Trebendorf
Da wartet viel Arbeit auf den Neuen

Trebendorf. Das Thema Berg­bau beschäftigt seit der Wende schon den dritten Bürgermeister der Gemeinde Trebendorf. Anfangs war es Peter Mäkelburg, die letzten sieben Jahre Kerstin Antonius und nun Waldemar Locke. Wobei sich die Vorzeichen total verändert haben. Locke brachte es am Mittwochabend in der Diskussion auf den Punkt und sagte an die Adresse von Peter Mäkelburg: „Ich hätte mir auch so eine Zeit gewünscht wie Deine, Peter. Da war Geld noch vorhanden ...“ Von Gabi Nitsche

Ausgangspunkt der Debatte war das Thema Wärmeliefervertrag. Weil der Ortsbereich Klein Trebendorf nun nicht mehr umsiedelt, ist der Nachholebdarf enorm. Um keinen sozialen Unfrieden zwischen den Einwohnern im Ortskern, darunter die Umsiedler aus dem Ortsbereich Hinterberg, zuzulassen, muss infrastrukturell vieles passieren. Der Wärmeliefervertrag gehört dazu. Einwohner Frank Stupka forderte am Mittwoch, Locke solle die Leute in die Verhandlungen einbeziehen, die vor etwa zehn Jahren den ersten Vertrag mit ausgehandelt hatten. An den Umständen, die zu diesem Werk geführt hatten, hätte sich ja nichts geändert. Und die Leute hätten schließlich Erfahrung.

Dem widersprach der neue Bürgermeister vehement. Die Bedingungen hätten sich sehr wohl verändert. „Es geht nicht mehr um einen Tagebau Nochten II“, und es gebe auch kein Unternehmen Vattenfall mehr. Stupka wollte widersprechen, wurde aber von Waldemar Locke konsequent eingebremst. Denn gemeinsam mit Schleife sei Trebendorf ja schon seit einigen Monaten an der Sache dran. Locke bat, zu vertrauen und sagte: „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen, den die große Politik angerichtet hat. Die kann jetzt nicht verlangen, dass sich die Gemeinde an ihren eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht.“ Trebendorf und Schleife hätten ein Angebot von der Leag erhalten, und das gehe gar nicht, so Locke. Auch darüber soll am 22. Januar in Dresden gesprochen werden. Da seien die Bürgermeister aus dem Altlandkreis Weißwasser zum Thema Strukturwandel infolge des veränderten Revierkonzeptes bei Hartmut Mangold, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

„Was ist eigentlich aus dem Thema Gewerbesteuer-Rückzahlung geworden?“, wollte Mittwochabend Bürgermeister a.D. Peter Mäkelburg wissen. Wegen dieser Forderung war auch Trebendorf unverschuldet in finanzielle Schieflage geraten. Andere Tagebau-Anrainer-Gemeinden ebenso. Die Forderung war mit der Auslöser für die Gründung der Lausitz-Runde. „Inzwischen konnte man lesen, dass Weißwasser, Rietschen und andere für die Zinsausfälle Geld bekommen haben. Von Schleife und Trebendorf war aber nie die Rede“, so Mäkelburg. Beide Gemeinden würden auf andere Art und Weise unterstützt werden, habe Dresden angekündigt, so Locke darauf.„Ich wünsche Dir Erfolg, Waldemar. Du hast es nicht leicht“, so der Senior weiter und forderte den neuen Gemeindechef auf, da nicht locker zu lassen, auch auf den neuen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer zuzugehen. Dass dieser hilft, darauf setzt auch Ratsmitglied Norbert Struck: „Der Landrat hat gesagt, das Finanzministerium ist eine Festung, die müssen wir stürmen. Jetzt gibt es einen neuen Minister ...“