(ckx) Aus Sicht des Mediziners Dr. Sven Kaanen ist die Droge „Crystal“ inzwischen ein gesamtgesellschaftliches Problem. „Es herrscht in Deutschland eine Schieflage, die sondersgleichen ist“, sagt er. Nicht nur die Polizei sieht sich mit der Droge in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert, sondern eigentlich alle: Allein der Umstand, dass Krankenkassen, Rentenversicherungen und der Staat in Gänze jährlich rund 85 Milliarden Euro für die Folgen von Sucht aufwenden, müsse zu denken geben. „Jeder Deutsche zahlt so jährlich 1000 Euro für die Folgen von Sucht“, erklärt der Mediziner. Dagegen stehen 25 Millionen Euro jährlich deutschlandweit für Präventionsarbeit zur Verfügung. „Bedenkt man, dass die Therapie für einen Crystal-Konsumenten in etwa die Kosten eines Kleinwagens bedeutet, ist Präventionsarbeit die günstigere Alternative“, so Kaanen. Neben Alkohol und Tabak nehme die chemische Droge Crystal eine Sonderstellung ein: „Die Steigerungsraten bei Crystal sind erschreckend. Allein 2012 registrierten wir in Sachsen 47,5 Prozent mehr Betroffene als im Vorjahr.“