Von Christian Köhler

Von Fahrrad- oder Autodiebstählen im Raum Weißwasser und an der polnischen Grenze wird immer wieder berichtet. „Dort sehe ich unsere größten Probleme“, bestätigt auch Uwe Horbaschk, Revierleiter der Polizei in Weißwasser. Neben der organisierten Bandenkriminalität, die Pkw gewissermaßen auf Bestellung entwenden, existiere im Raum Weißwasser auch eine Beschaffungskriminalität. „Wir haben Erkenntnisse darüber, dass Fahrräder gestohlen werden, die dann nach Polen gelangen, um dort veräußert zu werden“, so Horbaschk. Der Polizei sei bekannt, dass es sich dabei zumeist um deutsche Täter mit einem Drogenhintergrund handelt. „Sie benötigen Geld, um ihre Sucht zu finanzieren“, sagt der Revierleiter.

In Weißwasser selbst habe die Polizei in jüngster Vergangenheit mehrere Orte – etwa an der Skaterbahn am Stadion der Kraftwerker oder am Sorauer Platz verstärkt Kontrollen unter Jugendlichen durchgeführt. Denn: Betäubungsmittel (BTM) und damit in Zusammenhang stehende Kriminalität wird nicht von allein entdeckt, „sondern durch Kontrollen“. Vermehrt sind dabei Drogen sichergestellt worden. Anfang März etwa hatte bei einer solchen Kontrolle ein 14-Jähriger mehrmals mit der Faust auf eine Beamtin in Weißwasser eingeschlagen. Der Jugendliche hatte 1,2 Promille intus. „Solche Vorfälle machen mich mehr als nur nachdenklich“, muss der Revierleiter eingestehen. Das nämlich ist nicht der einzige Fall: „Erst am Mittwochnachmittag haben wir am Jahndamm einen 14-Jährigen unter zwei Promille aufgegriffen. Das macht mir Sorge.“ Vermehrt komme es zudem zu Gewalt in den U-Haft-Zellen der Polizei. Häufig ist hier Drogen- und Alkoholmissbrauch die Ursache.

Neben BTM sei in Weißwasser der Alkohol eines der größten Probleme in der Stadt. „Sowohl der Drogen als auch der von Alkohol verursachten Probleme können wir als Polizei nicht allein bewältigen“, erklärt Uwe Horbaschk. Gemeinsam mit der Jugendhilfeagentur des Landkreises, des Kreises selbst sowie der Polizei wolle man nun verstärkt präventiv arbeiten. Es gehe um die Anstrengung von allen, „den Eltern, der Schulen und der Institutionen der Stadt, um gegen Drogenmissbrauch vorzugehen“, ist sich Uwe Horbaschk sicher.

Auch die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sowie mit den polnischen Kollegen misst er eine große Bedeutung bei. „Ohne den Austausch ist eine wirksame Bekämpfung der Grenzkriminalität kaum möglich.“