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| 10:49 Uhr

Folklorefestival
Etwa 700 Folklore-Künstler kommen in die Lausitz

 Katharina Pöpel, Fabian Näther, Judith Lehmann und Marwin Handrick (v.l.) von der Volkstanzgruppe Schmerlitz haben sich unter dem Crostwitzer Festivalbogen schon mal eingetanzt. Das Ensemble wird auf dem Hof der Familie Kokel mehrmals zu erleben sein.
Katharina Pöpel, Fabian Näther, Judith Lehmann und Marwin Handrick (v.l.) von der Volkstanzgruppe Schmerlitz haben sich unter dem Crostwitzer Festivalbogen schon mal eingetanzt. Das Ensemble wird auf dem Hof der Familie Kokel mehrmals zu erleben sein. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Crostwitz, Bautzen, Drachhausen. Das 13. Folklorefestival in Bautzen, Crostwitz und Drachhausen steht nunmehr in den Startlöchern. Von Torsten Richter-Zippack

Vom 4. bis 7. Juli ist die Welt zu Gast in der Lausitz. Bis zu 700 Künstler von vier Kontinenten wollen das 13. Folklorefestival Lausitz gestalten, das alle zwei Jahre stattfindet. Gesungen, gespielt und getanzt wird auf Bühnen in Bautzen, Crostwitz und Drachhausen, kündigt Marko Kowar vom Vorbereitungskomitee an. Organisatoren sind neben der Domowina und der Stiftung für das sorbische Volk mehrere heimische Künstlergruppen.

Vier der insgesamt zehn Ensembles aus aller Welt sind erstmals in der Lausitz zu Gast, unter anderem aus Peru und Bolivien. „Bei der Auswahl der Gruppen stehen besonders Minderheiten im Fokus, quasi als Solidarität zu uns Sorben“, erklärt Kowar. Darüber hinaus werde das kulturelle Erbe der Welt gepflegt. Dazu gehört auch das Ensemble „Pherkhisha“ aus Georgien, das mit seinem polyphonen Gesang weltweit die Menschen begeistert, wie Marko Kowar recherchiert hat. „Bafopaz“ aus Bolivien präsentiert hingegen die indigene Yampara-Kultur mit ihrer uralten Quechua-Sprache.

Darüber hinaus erhalten zahlreiche Lausitzer Nachwuchs-Künstlergruppen im Rahmen des Festivals eine Bühne. Mit von der Partie sind auch das Sorbische Folklore-Ensemble Schleife, die Sorbische Tanz- und Trachtengruppe Bröthen sowie Drachhausener Kinder.

Während der 13. Auflage des Folklorefestivals gibt es mehrere Neuerungen. So findet das Eröffnungsprogramm am 4. Juli nicht wie bislang in der Bautzener Ortenburg statt, sondern wettergeschützt im Deutsch-Sorbischen Volkstheater der Oberlausitzer Hauptstadt. Außerdem verläuft der Festumzug durch Bautzen diesmal nicht über den Hauptmarkt, da dort Bauarbeiten stattfinden, sondern über den Kornmarkt. Darüber hinaus sollen am Sonnabend, 6. Juli, erstmals Pendelbusse von Bautzen und Kamenz nach Crostwitz verkehren. „Dieser Wunsch wurde uns von vielen Gästen herangetragen“, begründet Marko Kowar. Kostenpflichtig sei lediglich die Rückfahrt.

Wurden beim ersten Folklorefestival anno 1995 lediglich 5000 Besucher gezählt, waren es 2017 bereits mehr als 20 000. „Damit sind wir in Crostwitz an der Kapazitätsgrenze“, sagt Marko Kowar. Unter den Gästen befänden sich regelmäßig viele Ex-Lausitzer, die extra für das Festival in die alte Heimat zurückkehren.

Die Gemeinde Crostwitz, laut Bürgermeister Marko Klimann das kulturelle Zentrum der katholischen Sorben, zählt derzeit gut 1000 Einwohner, davon 480 im namensgebenden Kerndorf. „Um die 400 Menschen sind durch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten mehr oder weniger in das Festival involviert“, erklärt der Kommunalpolitiker, auch wenn davon nicht alle Crostwitzer seien. Klimann bezeichnet das Folklorefestival Lausitz als die mit Abstand größte Kulturveranstaltung in seinem Ort.

Höhepunkt des viertägigen Spektakels bilden erfahrungsgemäß die Auftritte der Ensembles auf ausgewählten Crostwitzer Bauernhöfen am Samstagabend. Drei dieser Wirtschaften sind seit 1995 durchweg Gastgeber. Am Sonntag finden dann ebenfalls in Crostwitz der Festumzug sowie das große Abschlussprogramm auf der Bühne am nördlichen Dorfrand statt. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag gibt es darüber hinaus einen Markt der traditionellen Gewerke mit regionalen Produkten. Am Freitag, 5. Juli, reist das Festival in die Niederlausitz nach Drachhausen. Dort öffnet ebenfalls etwa ein halbes Dutzend Höfe seine Tore.

Der Kartenverkauf für die Veranstaltungen in Bautzen und Crostwitz hat bereits begonnen. Für Drachhausen gibt es nur an der Abendkarte die entsprechenden Tickets.

www.folklorefestival-lausitz.de

 Katharina Pöpel, Fabian Näther, Judith Lehmann und Marwin Handrick (v.l.) von der Volkstanzgruppe Schmerlitz haben sich unter dem Crostwitzer Festivalbogen schon mal eingetanzt. Das Ensemble wird auf dem Hof der Familie Kokel mehrmals zu erleben sein.
Katharina Pöpel, Fabian Näther, Judith Lehmann und Marwin Handrick (v.l.) von der Volkstanzgruppe Schmerlitz haben sich unter dem Crostwitzer Festivalbogen schon mal eingetanzt. Das Ensemble wird auf dem Hof der Familie Kokel mehrmals zu erleben sein. FOTO: Torsten Richter-Zippack