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Country mehr als nur ein Lebensgefühl

Längst schmoren die „Bordercreek“ -Leute aus Bad Muskau nicht mehr im eigenen Saft. Schon seit Jahren beweisen sie das Gegenteil mit der Präsentation ihres eigenen Countryfestes erfolgreich. Auch in diesem Jahr war das Ereignis, das jährlich am Freizeitzentrum in Groß Düben stattfindet, wieder ein Anziehungsmagnet für zahlreiche Besucher.



„Bei unserem Fest sind alle Klubmitglieder eingebunden, jeder hat seine Aufgabe“ , so die Stammtischbesucher. „Es ist für unseren relativ kleinen Verein eine große Kraftanstrengung, das Fest zu organisieren und durchzuführen“ , erklärte Katrin Rohleder. Dennoch krempelt man von Jahr zu Jahr immer wieder die Ärmel hoch und veranstaltet diese Fete vollkommen in Eigenregie. „Das Fest ist in jedem Jahr der Höhepunkt in unserem Klubleben“ , so die Vereinsmitglieder am Stammtisch. Es läuft immer im kleinen Rahmen, fast schon familiär ab. Diese Atmosphäre kommt auch bei den Mitgliedern anderer Countryclubs, die jährlich nach Groß Düben pilgern, bestens an. Inzwischen hat sich das „Bordercreek“ -Fest zu einer festen Größe entwickelt. Bei der Durchführung bekommen die Parkstädter auch von Seiten der Gemeindeverwaltung sowie vom Groß-Dübener Schützenverein jegliche Unterstützung, für die sich die Bad Muskauer Klubmitglieder am RUNDSCHAU-Stammtisch öffentlich bedankten.
Aber auch bei anderen Veranstaltungen, wie dem Countryfest in Daubitz-Walddorf ist „Bordercreek“ regelmäßig dabei. Es ist die Verbundenheit mit vielen Gleichgesinnten, die man dort regelmäßig trifft.
„Was ich an Walddorf so schön finde, ist die Tatsache, dass hier jeder - angefangen vom Kleinkind bis zum Opa - seine Nische finden kann, es ist einfach für jeden etwas dabei“ , so Mandy Peschke am RUNDSCHAU-Stammtisch. Einig war man sich in der Runde, dass dieses Fest weit und breit einmalig ist. Auf jeden Fall sollte man es jedoch bei einem Fest in Walddorf belassen und es nicht auf Grund des Erfolges künstlich „hochzüchten“ . Mehr Quantität wäre dann sicherlich weniger Qualität, meinten die Gesprächsteilnehmer. „Man darf den Bogen bei solchen Sachen nicht überspannen“ , betonte Heiko Baudach. Der gleichen Meinung war auch Bernd Kubisch. „Für viele Countryfans ist Walddorf der Höhepunkt des Jahres, der bei einer größeren Ausweitung sicherlich verloren gehen würde.“ In Daubitz-Walddorf treffen sich die Mitglieder der unterschiedlichsten Clubs. Die „Bor dercreeks“ beziehen hier bereits seit Jahren ihr Domizil bei der Familie Steffen Paulo. „Dafür gilt ihm ein herzliches Dankeschön“ , so die Klubmitglieder, die seit Anbeginn des Countryfestes in Walddorf mit Westerntänzen und Modenschauen zur Stelle sind.
Doch inzwischen beschränkt man sich auf die passive Präsenz. „Die Daubitzer Karnevalisten können das inzwischen viel besser als wir“ , so Andreas Paulke. Das Fest sei inzwischen zu einer großen Massenveranstaltung geworden, zu der es Besucher aller Altersgruppen zieht. Dies jedoch nicht allein wegen des Ambientes eines Countryfestes, sondern eher wegen der Stimmung. „Dort sind Leute aus verschiedenen Szenen“ , so Franz Baumgart. Nicht ganz so dominant wie in Daubitz findet die Indianistik und die Countrymusik bei „Bordercreek“ statt. „Wir trennen die beiden Sachen etwas mehr, weil sie zwei ganz unterschiedliche Metiers darstellen. Beide unter einem Hut - das passt eigentlich nicht zusammen“ , wusste Heiko Baudach zu berichten.
Zwar pflegt man mit den unterschiedlichsten Countryclubs der Umgebung und darüber hinaus enge Kontakte, ein Draht zu ähnlichen Klubs jenseits der Neiße kam aber bisher leider nicht zu Stande. Hier suchte man bisher vergebens. „Vielleicht hapert es auch mit der Sprache, das wir bisher auf der Suche erfolglos blieben“ , vermutete Petra Baumgart. Anders sieht es da schon in Tschechien aus. „Dorthin haben wir schon Verbindungen“ , bestätigte Peter Lange, doch die großen Entfernungen oder andere Verpflichtungen lassen die Säge eben doch etwas klemmen. Auf jeden Fall ist man für alle Kontakte mit Countryclubs aus dem Ausland offen, so der einheitlichen Tenor.
Längst gehört ein fester Mitgliederstamm zu „Bordercreek“ . Gemeinsam zieht man an einem Strang. „Nachwuchsarbeit in Sachen Country ist jedoch ein schweres Feld. Wir freuen uns über alle jungen Leute, die den Weg zu uns finden“ , so die Bad-Muskauer Country-Leute. Man muss zwar nicht dazu geboren sein, auf jeden Fall sollte man aber Interesse bekunden um sich damit identifizieren zu können.

inteam Rund ums Klubleben
Bei Countrymesse dabei
Ideen, Anregungen und Künstler für ihr Countryfest holen sich die Bad Muskauer „Bordercreek“ -Leute bei der jährlich in Berlin stattfindenden großen Countrymesse. Hier trifft sich die Szene, um Adressen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. In jedem Jahr sind die Bad-Muskauer mit einer Abordnung hier präsent. Aktiv beteiligen sie sich auch in der Region, so am Bad-Muskauer Stadtfest, dem Frühlingsfest oder beim jährlichen Karnevalsumzug in der Parkstadt.
Terminabstimmungen wichtig
Bei aller guten Zusammenarbeit mit den Vereinen drückt in Sachen Terminabstimmung in Bad Muskau noch mächtig der Schuh, so die Countryclubmitglieder. Hier wünschte man sich von Seiten der Stadt eine bessere Koordination. Am RUNDSCHAU Stammtisch plädierten die Gäste für einen Vereinsstammtisch, an dem in regelmäßigen Abständen, unter Leitung der Stadtverwaltung, einzelne Veranstaltungstermine konkret abgestimmt werden, um sich nicht gegenseitig die Besucher wegzunehmen.
Auftritte sind Vereinsarbeit
Spezialisiert haben sich die Bad-Muskauer Countryfreunde auf Westerntänze und Modenschauen. „Auch unsere Auftritte sind Vereinsarbeit“ , so Petra Baumgart. Jährlich ist man auch beim Countryfest im Schlaubetal aktiv mit von der Partie und begeistert dort die Zuschauer mit einstudierten Tänzen oder mit den erwähnten Modenschauen.