Das liegt zu einem erheblichen Teil an der klammen Stadtkasse. Aber auch daran, dass der einstige Schwung nachgelassen hat. Die künftigen See-Stadtteile fühlen sich nach der intensiven Zusammenarbeit der Anfangsjahre vernachlässigt.

Übrig geblieben ist für Cottbus ein Masterplan mit gestutzten Vorhaben. So ist der Binnenhafen in Dissenchen passé, die Seebühne in Merzdorf gestrichen ebenso wie der Golfplatz in Schlichow. Die Verbindung von der Cottbuser Innenstadt zum See wird deutlich schmaler als einst gedacht. Zumindest eine Vorstudie ist jetzt laut Stadt in Arbeit. Die Willmersdorfer klagen dagegen, dass sie vom See abgeschnitten sind, obwohl sie in Sichtweite des künftigen Sees leben.

Derweil übernimmt der Energiekonzern und Tagebaubetreiber Vattenfall die Kosten für die Vorplanung von Kaimauer und Stadthafen. In jedem Fall haben Architektur-Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität BTU vorgelegt und in einem Bachelor-Entwurfsprojekt in diesem Jahr für den Cottbuser Hafen eine Marina mit Hotel entwickelt. Der Name Ostsee kam einst auch von der Universität. Es war ein Arbeitstitel für ein Projekt in den späten 90er-Jahren. 1999 wurde mit einer gemeinsamen Erklärung der Anrainer der Weg für einen internationalen Wettbewerb geebnet. Nach der Jahrtausendwende nahm die Ostsee-Idee richtig Schwung auf, die Gemeinden und die Cottbuser Ortsteile waren im Boot.