Von der Coronakrise sind zahlreiche Branchen betroffen – auch die Freizeitbranche muss seit Wochen mit fehlenden Einnahmen aufgrund geschlossener Einrichtungen zurechtkommen. Davon betroffen ist auch der Saurierpark in Kleinwelka bei Bautzen. „Wir möchten jedoch in dieser schweren, außergewöhnlichen Zeit diejenigen gern ein wenig unterstützen, die es in unserer Branche mit am meisten brauchen, die Zoos und Tierparks. Hier werden dringendst Gelder vor allem für Futter, Tierarzt und Personalkosten gebraucht“, sagt Volker Bartko, Geschäftsführer der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen mbH, die den Familien- und Freizeitpark betreibt.

Das kann Gert Emmrich, Leiter im Tierpark in Weißwasser nur bestätigen. Wie seine Kollegen in der Oberlausitz, wartet er auf eine Entscheidung der Landesregierung des Freistaates, wie es weiter gehen soll. Vor allem braucht es einen Termin, bis wann der Tierpark geschlossen bleiben muss.

Der Saurierpark wird in den kommenden Tagen an fünf Oberlausitzer Tierparks/ Zoos in Görlitz, Zittau, Weißwasser, Bischofswerda und Hoyerswerda jeweils 5000 Euro spenden. „Unsere Saurier sind genauso einsam wie die Zootiere, aber sie fressen ja nichts und da möchten wir gern Tiere füttern helfen, die es wirklich dringend brauchen“, fügt Volker Bartko mit einem kleinen Schmunzeln hinzu. Er stehe mit zahlreichen Freizeiteinrichtungen in regem Austausch und hoffe sehr, dass sich die Situation zeitnah entspannt und alle unsere Pforten bald wieder für unsere Besucher öffnen können.

Zoos fordern konkreten Corona-Plan

Die Situation für die deutschen Zoos spitzt sich tatsächlich zu. Nach den ersten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen haben nur wenige Bundesländer entschieden, Zoos und Tierparks nach dem 19. April wieder zu öffnen. Der Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten, Jörg Junhold, begrüßt, dass einige Bundesländer die Zoos wieder öffnen ließen. Aber: „Bei allem notwendigen Schutz der Bevölkerung muss ein konkreter Plan her, wie die Zoos unter Auflagen wieder Besuchereinnahmen generieren können, um die seit mehr als vier Wochen laufenden Kosten für unseren wertvollen Tierbestand, das Personal und das Futter zu finanzieren.“

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Der Verband der Zoologischen Gärten, die Deutsche Tierpark-Gesellschaft und der Deutsche Wildgehege-Verband appellieren noch einmal dringend an die Bundesregierung und die Bundesländer, ein Soforthilfeprogramm für alle Zoos und Tierparks aufzulegen. Dem Anliegen schließt sich auch der Tierpark in Weißwasser an, wie dessen Leiter Gert Emmrich informiert.