Es ist eines der größten Veranstaltungen, die jährlich der Stadtverein und die Industriegewerkschaft IGBCE in Weißwasser auf die Beine stellen: das Hexenfeuer im Freizeitpark in Weißwasser. Ehemalige Weißwasseraner nutzen die Veranstaltung, um wieder einmal in die alte Heimat zu kommen, alte Bekannte zu treffen und dabei zuzusehen, wie das große Feuer in der Walpurgisnacht niederbrennt.

Auf der anderen Seite sind viele Kleingärtner froh, zum Hexenfeuer so manchen Verschnitt vom vergangenen Herbst oder Frühjahr abgeben zu können. All das wird es in diesem Jahr allerdings nicht geben. Wegen des Coronavirus ist die Veranstaltung abgesagt, wie Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) bestätigt.

Die Rechtslage lässt das Hexenfeuer in Weißwasser nicht zu

„Wir hatten Anfang März noch mit den Gastronomen und der Gewerkschaft zusammengesessen“, erinnert sich Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf. Dann allerdings kam die Coronakrise und schnell war klar, dass das Hexenfeuer so nicht stattfinden kann. „Die Rechtslage ist eindeutig“, unterstreicht Frank Schwarzkopf, „und wenn das jemand kritisiert, dann werde ich mich der Kritik stellen und fragen, ob derjenige in den vergangenen Wochen nichts kapiert hat.“

Die Stadt Hoyerswerda übrigens veranstaltet ebenfalls kein Hexenbrennen. Allerdings können Einwohner dennoch Holz und Verschnitt abgeben. Das Feuer wird dann tagsüber angezündet.

In Weißwasser werden weder Holz noch Verschnitt gesammelt

In Weißwasser wird es das nicht geben. „Bei uns wird es keine Sammlung von Holz und auch kein Abbrennen geben“, bestätigt Wulf Stibenz von der Stadtverwaltung. Die Entscheidung, so erklärt er, habe mehrere Gründe: Einerseits wolle man verhindern, dass Einwohner doch motiviert werden, zum Abbrennen zu kommen. Andererseits bestehe derzeit die höchste Waldbrandgefahrenstufe, sodass man keinerlei Risiko eingehen wolle. „Unsere Feuerwehr ist zudem so eingerichtet, dass der Dienst Corona-bedingt nur in getrennten Gruppen erfolgt“, so Stibenz.

Am wichtigsten sei, dass die Feuerwehr Weißwasser, die für den Norden des Landkreises enorm wichtig ist, einsatzbereit für einen möglichen Ernstfall ist. Folglich wolle man kein Risiko eingehen, auch nicht bei einem Abbrennen ersatzweise für ein Hexenbrennen.