Steffi Petrick gibt zu, sich eine ganze Weile innerlich gewehrt zu haben. „Ich dachte alles wird gut und ich brauche das nicht“, erzählt sie der Rundschau. Die Inhaberin von Steffis Glücksfabrik in Weißwasser hat sich dann aber doch an die Nähmaschine gesetzt. Und nicht nur sie. Auch ihre Schwester Susan Drost macht mit. Beide fertigen zusammen Nasen-Mund-Schutze. Die eine in Krauschwitz, die andere in Trebendorf. Neben der täglichen Arbeit, Haushalt und Kindern betonen beide. Doch sie wollen helfen, nachdem sie angesprochen wurden.

Erste Mundschutze für Pflegeeinrichtung in Boxberg

Die ersten Mundschutze sind für eine Pflegeeinrichtung in Boxberg angefertigt worden. „Sie sollten schon vernünftig aussehen und auch halten“, benennt Steffi Petrick ihren Anspruch. Deshalb habe man gefriemelt und sei nun mit dem Ergebnis zufrieden. Der Draht, der für die richtige Passform eingearbeitet wurde, hat man sich bei einem Baustoffhandel in Krauschwitz besorgt. Die Stoffe sind im eigenen Geschäft – das übrigens Hobby ist und bleiben soll – vorrätig. Unbedingt sollte Farbe ins Spiel kommen.

Wohl wissend, wie viel Arbeit in ihrem Produkt steckt, kann Steffi Petrick manche Diskussionen im Netz nicht nachvollziehen, nämlich dann, wenn es um Preisvorstellungen geht. Die Devise von ihr und ihrer Schwester ist, sie wollen mit ihrem Einsatz nicht reich werden. Und finden ihren Obolus, den sie zum Beispiel für Material verlangen, in Ordnung. Bisher haben sie rund 200 Mundschutze gefertigt.

Wegen den Einschränkungen durch Corona ist nicht nur Steffis Glücksfabrik in Weißwasser geschlossen – die Feier zum zweiten Geburtstag des Geschäftes musste auch ausfallen – sondern dürfen auch keine Kurse mehr stattfinden. Nähen, Häkeln, Stricken in fröhlichen Frauenrunden – darauf freuen sich Steffi Petrick und Susan Drost schon wieder richtig. Wenn alles gut ist.