In Weißwasser finden sich immer mehr Menschen zusammen, die sich gegenseitig während der Corona-Krise helfen. Zunächst hatte das Soziale Netzwerk Lausitz eine Initiative gestartet, um Hilfsangebote zu organisieren. Nun hat sich auch Weißwassers City-Manager Frank Lublow mit einer Initiative eingebracht.

Die Plattform bietet Hilfe für lokale Händler in Weißwasser

Er wendet sich in sozialen Netzwerken und nun auch über die Rundschau an die Weißwasseraner: „Bitte helft Händlern, Kulturschaffenden, Gastronomen und Kleinunternehmern in eurer Stadt, diese schwierige Zeit zu überstehen“, sagt Frank Lublow und fügt einen Aufruf hinzu: „Wenn in Weißwasser nun Einwohner schon online Dinge bestellen, dann wäre es schön, wenn sie dies bitte nicht über die großen eCommerce-Seiten, sondern nach Möglichkeit über die Web-Shops des lokalen Einzelhandels machenn.“ Dazu hat er eine Plattform erstellt, die alle Webshops und Dienstleister der Stadt auflistet und die mit entsprechenden Links versehen sind.

Denn inzwischen sind zahllose Geschäfte und Dienstleister wegen der Krise geschlossen. Auf die Folgen hat Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) bereits hingewiesen: „Viele Menschen in Weißwasser haben existenzielle Ängste. Einige sind auf Kurzarbeit, andere entlassen worden. Wer nicht sparen konnte, ist innerhalb kürzester Zeit am Rande des finanziellen Ruins – und hat Probleme, Güter des alltäglichen Bedarfs oder die Miete zu bezahlen.“

Geschäfte in Weißwasser stehen vor großen finanziellen Problemen

Das geht auch Geschäftsinhabern so, wie Frank Lublow bestätigen kann. „Es haben sich einige bei mir gemeldet und gefragt, wie es weiter gehen soll. Vornehmlich Bekleidungsgeschäfte stehen vor großen Problemen.“ Tatsächlich sind sie es, die als erstes wegen der Corona-Pandemie seit dem 18. März schließen mussten. „Die Erwartungshaltung an die Stadt, den Kreis und vornehmlich an die Landesregierung ist es, unkomplizierte Hilfestellung zu geben“, berichtet Frank Lublow von seinen Gesprächen mit Weißwasseraner Händlern.

In Dresden hatte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) Soforthilfe in Form von Darlehen versprochen. Die Antragstellung könne ab dieser Woche bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) erfolgen, informiert das Wirtschaftsministerium. Zuwendungsempfänger sind Solo-Selbstständige sowie Unternehmen im Freistaat Sachsen, deren Jahresumsatz eine Million Euro nicht übersteigt.

Sofort-Darlehen für Unternehmen in Sachsen

Mit dem Sofort-Darlehen stelle der Freistaat ein zinsloses, nachrangiges Liquiditätshilfedarlehen von bis zu 50 000 Euro mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren zur Verfügung. Das Staatsdarlehen wird für die ersten drei Jahre tilgungsfrei zur Verfügung gestellt, heißt es. Vorteil des Staatsdarlehens ist, dass die Bewilligung ohne Hausbank funktioniert und das Darlehen somit schnell und flexibel gegeben werden kann.

„Es geht darum, Verdienst- und Umsatzausfälle der nächsten Wochen abzufangen und einen Ausgleich zu finden. Wir werden denjenigen, die unverschuldet in Not geraten sind, schnell helfen und sie nicht vor neue finanzielle Probleme stellen“, begründet Dulig den Schritt.

Vielen aber in Weißwasser reicht das nicht. Zumal viele der Blick ins wenige Kilometer entfernte Nachbarland Brandenburg aufhorchen lässt: Wie Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) in Potsdam mitteilen, hat das Land ebenfalls ein Soforthilfeprogramm aufgelegt. Das besteht aus zwei Bestandteilen: Zum einen sollen notleidende Unternehmen unbürokratisch und kurzfristig zwischen 5000 und 60 000 Euro zur Abwendung einer akuten Existenzgefährdung erhalten können. Diese Soforthilfen sollen nicht als Darlehen, sondern als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Zum anderen wird das beim Wirtschaftsministerium bereits vorhandene Konsolidierungs- und Standortsicherungsprogramm („KoSta“) zur Gewährung von Liquiditätshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen kurzfristig aufgestockt. Die Regelungen treten voraussichtlich am 25. März in Kraft.

Weißwasserener hoffen auf Nachsteuern in Dresden

„Wir hoffen, dass der Freistaat Sachsen bei seinem Hilfsprogramm noch einmal nachsteuert“, erklärt Frank Lublow im Namen vieler Selbstständiger in Weißwasser und sicher auch für das Umland. Es dürfe nicht geschehen, dass in der Stadt noch mehr Läden schließen. Denn: „Zinslose Kredite sind gut, aber sie helfen nicht, Einkommen langfristig zu sichern“, so Lublow.

Plattform für Unternehmen


Wer online Produkte oder Dienstleistungen anbieten will, der kann sich an den City-Manager Frank Lublow per Email an info@weisswasser.city wenden. Der Online-Shop oder das jeweilige Angebot wird dann auf die Plattform gestellt. Die Plattform selbst steht auf der Internetseite www.wsw.city.