Es ist das wichtigste kommunale Bauvorhaben der vergangenen Jahre in Schleife und wird es laut Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) auch auf lange Sicht hin bleiben. „Wir freuen uns über ihren Besuch und hoffen, dass Sie positive Eindrücke vom neuen Schulkomplex mitnehmen zu können“, so ist es in der Einladung für die offizielle Eröffnung am 3. April 2020 formuliert worden. Rund 200 sind verschickt worden, sagt Reinhard Bork.

Lange war um einen solchen Termin gerungen worden. Das Ganze hatte zu mehreren Diskussionen im Gemeinderat geführt und zu Vorwürfen. Bei den Schulfesten in der ersten Schulwoche nach den Ferien war dann der 3. April verkündet worden. Doch der Termin ist nun nicht zu halten. Für die erst Eingeladenen gehen Absagen raus.

„Es wäre nicht zur rechtfertigen, wenn wir das in dieser Situation durchführen“, begründet der Gemeindechef. Schließlich sei der Schulbetrieb bis auf eine Notbetreuung heruntergefahren. Das sei auch mit der Staatskanzlei so abgesprochen, denn es sollte ja der Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unbedingt dabei sein. Ob es zu gegebener Zeit noch mal nachzuholen ist, müsste die Zeit zeigen, sagt Bork in der jetzigen Situation.

Danke für das Durchhalten beim Schulprojekt

In der jüngsten Ratssitzung hat der Bürgermeister die Gelegenheit genutzt, um denen Danke zu sagen, die ab 2008 das Vorhaben begleitet haben. Das sind immerhin zwölf Jahre gewesen. Man sei sowohl zeitlich als auch finanziell im Rahmen geblieben, unterstreicht Reinhard Bork. „Es war rückblickend gut, dass wir uns selbst ein finanzielles Limit gesetzt haben.“ Nur so sei das bei der Baupreisentwicklung zu regulieren gewesen. Einmal beim loben, sprach Bork Bauamtsleiter Steffen Seidlich und Mitarbeiterin Annett Dreißig namentlich an. Sie haben einen großartigen fachlichen Einsatz gezeigt, „oft weit über die normale Arbeitszeit hinaus.“ Ein kompetenter Partner sei auch Bauconzept GmbH als Projektbegleiter gewesen.

Deutsch-sorbischer Schulkomplex Knatsch um Schuleröffnung in Schleife

Schleife

Auch wenn das Baugeschehen ohne großen Trubel vonstatten gegangen war, musste kurz vor Toresschluss oder besser gesagt vor Türenöffnung noch mal Druck gemacht werden. Es mangelte am Glasfaseranschluss für den deutsch-sorbischen Schulkomplex. Nur einer konzentrierten Aktion, so Bork, sei es zu verdanken gewesen, dass das geklappt habe. Daran waren die Leag und die Firma Marienberg GmbH beteiligt. Deren Mitarbeiter waren für die technische Umsetzung nötig. Das passierte teilweise bis in die Nachtstunden, weil gleichzeitig noch andere Aufgaben auf sie warteten. So die Beseitigung von Störungen nach Sturmschäden. Mitarbeiter der Firma Nadebor und Strabag erledigten die notwendigen Tiefbauarbeiten. So wurde gemeinsam geschafft, was die Telekom nicht leisten konnte. Dabei hatte Bork das Unternehmen mehrfach darum gebeten, wenigstens an der Schule des Glasfaseranschluss vorzuziehen, der im Dorf ab 2021 umgesetzt werden soll.

Nun kam es eben anders. Die 100 MBit pro Sekunde sorgen dafür, dass interaktive Tafeln und Computer leistungsfähig sind.

Gute Bedingungen für Schüler in Schleife

Ausstattung und Gebäude sollen die Schüler auch entsprechend zu nutzen und schützen wissen. „Wir haben gute Lern- und Lehrbedingungen geschaffen, mit denen man pfleglich umgehen sollte“, richtet Reinhard Bork einen Appell. Als er das in der Ratssitzung im März sagt, ahnt keiner, dass nach einem gelungenen Start nun erst mal gar keine Nutzung mehr möglich ist.

Schon mit Beginn des Schulbetriebes im neuen Haus, hat das Minimieren der Kinderkrankheiten begonnen. Manches müsse nachjustiert werden, anderes bedarf nur einer anderen Einstellung, wie zum Beispiel die Heizung. Und an einiges muss man sich eben auch erst gewöhnen, wie das Schließsystem. Fälle von aus- oder eingeschlossenen Personen hat es bereits gegeben, weiß Bork zu berichten.

Ob es je einen Tag der offenen Tür im Komplex geben wird, wird jetzt wohl die Zeit zeigen. Bei der geplanten Eröffnung am 3. April war dieser vonseiten der Gemeinde nicht geplant gewesen.