Am Wochenende sind 59 neue Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Görlitz ermittelt worden. An beiden Tagen wurden auch Mutationen festgestellt. Damit ist bei nunmehr 43 Personen im Landkreis diese Mutation nachgewiesen worden.
Die durch den Landkreis ermittelte 7-Tage-Inzidenz beträgt 82,30 je 100.000 Einwohner. Unterschiede zu den RKI-Zahlen ergeben sich aus den unterschiedlichen Zeitpunkten der Auswertung.
53 Menschen werden aktuell stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, acht davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Derzeit befinden sich 248 Personen mit positivem PCR-Test in häuslicher Quarantäne. 956 Menschen sind bislang in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben.

Görlitzer Landrat Lange lässt das Maximale zu

Mit dem Inkrafttreten der neuen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung regelt eine neue Allgemeinverfügung für den Landkreis Görlitz die Maßnahmen, wo gelockert wird. „Alles was wir unter der Inzidenz von 100 machen können, werden wir tun“, hatte Landrat Bernd Lange (CDU) bei einer Online-Pressekonferenz vor wenigen Tagen angekündigt. Man habe Vertrauen zu den Menschen. Lange hofft nun, dass dieses nicht missbraucht werde. Er appellierte, sich an die bestehenden Regelungen (Hygiene, Abstand) trotz Lockerung zu halten. Dazu gehöre weiter die Maskenpflicht. Die sei sogar sehr wichtig, wo doch die Mobilität nun wieder zunehmen werde. „Es liegt an uns, ob wir Ostern in einem Biergarten sitzen können“, so der Landrat weiter.
Folgendes ist ab Montag möglich: Die Öffnungen von geschlossenen Einrichtungen des Einzel- und Großhandels und Ladengeschäfte (Click & Meet) mit Kundenverkehr für höchstens eine Kundin oder einen Kunden pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung.
Die Öffnung von körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik- und Tattoostudios mit wöchentlicher Testung des Personals. Kunden müssen einen tagesaktuellen negativen Covid-19-Schnell- oder Selbsttest vorlegen.
Den Individualsport alleine oder zu zweit und in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 15 Jahren im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen.
Ab dem 15. März ist die Öffnung von botanischen und zoologischen Gärten, Tierparks mit vorheriger Terminbuchung mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung möglich.
Ebenso die Öffnung von Museen, Galerien und Gedenkstätten mit vorheriger Terminbuchung mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung.

Nur eine kurze Lockerung im Landkreis Görlitz möglich?

Bei Überschreitung des Sieben-Tage-Inzidenzwertes von 100 Neuinfektionen an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Landkreis, muss die Verwaltung die vorgenannten Lockerungen ab dem zweiten darauffolgenden Werktag aufheben. Zeitgleich treten dann wieder Ausgangsbeschränkungen (Verlassen der Unterkunft nur mit triftigem Grund) und ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit an den vom Landkreis festzulegenden Orten in Kraft. Zudem gelten dann erneut die Kontaktbeschränkungen von einem Haushalt und maximal einer weiteren Person. Kinder unter 15 Jahre bleiben unberücksichtigt.
Der Landkreis kann abhängig von der regionalen Infektionslage zudem verschärfende Maßnahmen ergreifen.

Testverordnung vom Bund fehlt

Nach der neuen Corona-Schutz-Verordnung sind alle Beschäftigten und Selbstständigen mit direktem Kundenkontakt ab 15. März verpflichtet, einmal wöchentlich einen Corona-Test vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. Arbeitgeber müssen die Tests für den Arbeitnehmer kostenfrei zur Verfügung stellen, teilt die Kreisverwaltung mit. Arbeitgeber sind verpflichtet, ab dem 22. März ihren Beschäftigten, die an ihrem Arbeitsplatz präsent sind, ein Angebot zur Durchführung eines kostenlosen Selbsttests mindestens einmal pro Woche zu unterbreiten.
Die Landkreisverwaltung wird mit Bekanntgabe der neuen Bundestestverordnung die weitere Verfahrensweise im Umgang mit den Testmöglichkeiten für den Landkreis Görlitz bekanntgeben. Denn diese müssen nun erst mal in ausreichendem Maß zu Verfügung stehen. Außerdem müsse der Bund die Kostenübernahme durch eben jene Testverordnung regeln. In der Kreisverwaltung konnte am Freitag keiner genau sagen, wann dieses Paragrafenwerk aus Berlin eintreffen werde.