Während die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Görlitz weiter sinkt, steigt die Zahl der Todesfälle nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus weiter. Am Mittwoch, 27. Januar, meldet das Gesundheitsamt 16 neue Todesfälle – unter anderem von drei Verstorbenen in Boxberg und einem in Schleife. Sachsenweit sind es fast 6000. Trotz der am Mittwoch 101 gemeldeten Neuansteckungen fällt die Inzidenz auf 172 im Kreis Görlitz. Aktuell sind dem Gesundheitsamt 688 aktive Fälle kreisweit bekannt.

Ausgangssperre im Kreis Görlitz gilt weiterhin

Der Kreis Görlitz will weiterhin an der nächtlichen Ausgangssperre festhalten. Auf Nachfrage verweist der Kreis auf die neue Verordnung des Freistaates Sachsen, die ab Donnerstag in Kraft tritt. Allerdings hatte sich die Kreisverwaltung schon vor deren Veröffentlichung intern darauf verständigt, an der Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr festzuhalten. Es würden insgesamt noch „verhältnismäßig häufig Infektionen und Kontaktwerte“ auftreten, hieß es. Zudem sei der Kreis durch die Nähe zu Tschechien „einer zusätzlichen Infektionsgefahr“ ausgesetzt. Nunmehr verweist man auf das Sozialministerium, das den Grenzwert von 200 für die Aufhebung der Ausgangssperren auf 100 – und das mindestens fünf Tage nacheinander – festsetzte. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte am Dienstag, dass man in Absprache mit Kommunen und Kreisen gehandelt habe. Die Änderung sorgt nun für Unmut, wie mehrere Leser am Rundschau-Telefon bestätigen. Zudem berichten mehrere Medien über ein Notstandsgesetz, was die Landesregierung ausarbeite. Das Sozialministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu Details äußern, da es sich um ein noch nicht innerhalb der Staatsregierung abgeschlossenen Verfahren handele.
156 Menschen werden gegenwärtig stationär in den Kliniken des Kreises behandelt, davon benötigen 21 eine intensivmedizinische Betreuung. Im Vergleich zum Vortag sind das 18 stationäre Behandlungen weniger. Am Mittwoch hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Zahl der Neuinfektionen Sachsen mit 141 angegeben.
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