Am Freitag ist im Kreis Görlitz die Sieben-Tage-Inzidenz wieder über 400 auf 413 gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind erneut 165 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Dabei handelt es sich um 158 Erwachsene und sieben Kinder. Damit sind derzeit 4303 Personen kreisweit positiv.
Dagegen ist die Zahl der Patienten, die in Kliniken wegen der Erkrankung behandelt werden müssen, auf 230 gesunken. 25 davon allerdings müssen immer noch intensivmedizinisch versorgt werden. Dem Gesundheitsamt ist zudem bekannt geworden, dass im Zeitraum vom 14. Dezember bis 5. Januar weitere 26 Personen nach Coronavirus-Infektion verstorben sind. Es handelt es sich dabei um zehn Frauen und 16 Männer im Alter von 56 bis 99 Jahren. Drei der Verstorbenen stammen aus Bad Muskau, vier aus Weißwasser und zwei aus Krauschwitz. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Kreis auf 535.
Erstmals sind am Freitag bundesweit fast 1200 Todesfälle an einem Tag registriert worden. Die Daten seien allerdings derzeit aber noch schwierig zu interpretieren, weil es über den Jahreswechsel Verzögerungen gegeben hat. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass die Meldedaten frühestens nächste Woche wieder belastbar sind.

Änderung der Impfstrategie?

Unterdessen fordern immer mehr Politiker in Sachsen, den besonders von der Pandemie betroffenen Freistaat vorzugsweise mit Impfdosen zu versorgen. „Sachsen braucht schneller mehr Corona-Impfstoff“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lang am Freitag. Nach Ansicht des sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP) sei ein Wechsel in der Impfstrategie längst überfällig. Zugleich beklagte Herbst den schleppenden Verlauf der Impfungen in Sachsen. „Gerade einmal etwa jede sechste in Sachsen zur Verfügung stehende Impfdosis konnte bisher verabreicht werden „So hart es auch klingt: Jede Impfdosis, die irgendwo in Sachsen lagert, statt verabreicht zu werden, kostet potenziell Menschenleben und verlängert die Pandemie“, so der Abgeordnete.
Schon am Donnerstag hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) eine andere Praxis angemahnt. „Bisher erfolgt die Verteilung des Impfstoffes nach der Einwohnerzahl der Bundesländer. Ich glaube, dass auch andere Faktoren bei neuen Lieferungen eine Rolle spielen sollten.“ Sachsen habe nicht nur die bundesweit höchste Inzidenz, sondern auch einen hohen Anteil an älteren Menschen.