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| 12:26 Uhr

Muskauer Park
Carmen Nebel auf der Festsaalbühne

Carmen Nebel antwortet auf die Fragen von Michael Kretschmer. Seit 2012 erleben die Gäste in Bad Muskau abwechslungsreiche Schlossgespräche mit Politikern, Sportlern oder Künstlern.
Carmen Nebel antwortet auf die Fragen von Michael Kretschmer. Seit 2012 erleben die Gäste in Bad Muskau abwechslungsreiche Schlossgespräche mit Politikern, Sportlern oder Künstlern. FOTO: Regina Weiß
Von Regina Weiß. Die Moderatorin plaudert beim Schlossgespräch in Bad Muskau über Casting, Kochen und ihr soziales Engagement. Von Regina Weiß

Live-Übertragungen sind ihr das Liebste, gibt Carmen Nebel am Montagabend unumwunden zu. Dann muss bei ihr und ihrem 120 Personen starken Team alles auf die Sekunde passen. Im September ist es wieder soweit. Dann wird die nächste Folge von „Willkommen bei Carmen Nebel“ produziert.

Am Montag beim Schlossgespräch in Bad Muskau wird Carmen Nebel von rund 200 Gästen herzlich willkommen geheißen und überzeugt auch im Neuen Schloss live und herzlich. „Ich habe selten eine so lebensbejahende Frau wie sie getroffen“, lobt eine der Zuschauerinnen. Auf der Bühne ist Michael Kretschmer (CDU), Sachsens Ministerpräsident und Vorsitzender des Fördervereins des Muskauer Parks, wieder ein eloquenter Gastgeber. Er geht diesmal auf Nummer sicher. „Sie singen nicht?“, fragt er. Und ist sehr glücklich, als Carmen Nebel lachend mit dem Kopf schüttelt. Die meisten Zuschauer können ins Lachen einstimmen, wissen sie doch um die Gesangsdarbietung von Wolfgang Lippert mit Co-Sänger Michael Kretschmer beim Vorgänger-Gespräch.

Bei Carmen Nebel versucht es Kretschmer mit einer Charme-Offensive als Landesvater: „Sachsen sucht noch Lehrer.“ Wohl wissend um ihre Ausbildung als studierte Deutsch- und Englisch-Lehrerin. Carmen Nebel gibt auch zu, sich zumindest in ihrem Zweitfach Englisch weitergebildet zu haben. „Aber dann habe ich gedacht, ich kümmere mich lieber um meinen Mann“, sagt sie mit einem Augenzwinkern und schaut im Saal auf Norbert Endlich, Vater der Sängerin Ella Endlich.

Zehn Ost-Mark hat die junge Studentin damals beim Solidaritätsbasar der Journalisten in Berlin bezahlt, um bei einem Casting des DDR-Fernsehens dabei zu sein. Sie hatte eine Kommilitonin dort gesehen und wollte es ihr gleich tun. „Am Ende waren wir die beiden Einzigen, die genommen wurden“, erzählt sie. Aus der Fernsehansagerin wurde nach der Wende eine erfolgreiche Moderatorin und Gastgeberin von großen Abendsendungen. Das auch, sagt sie, weil sie Zeit hatte, zu lernen und zu wachsen. Heute werde dagegen oft nur auf die Quote geschaut und durch alles durchgerauscht.

Zeit nimmt sich die gebürtige Sächsin – „wenn man älter wird, dann kommt einem die Heimat wieder emotional näher“ – auch für ihr Ehrenamt. Eine Verbindung fürs Leben ist sie mit dem Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg eingegangen. Sie ist Botschafterin der Deutschen Krebshilfe und vom Deutschen Roten Kreuz. „Ich will einfach etwas zurückgeben“, lautet ihre Begründung dafür.

Sie plaudert weiter nonchalant darüber, dass sie gerne kocht: „Ich bin ein Allesfresser – deshalb gibt es Fleisch und viel Soße.“ Wie hält sie dann die Figur, will ein Zuschauer wissen. Nicht mit Sport, erfahren alle prompt. Veranlagung und kleinere Portionen sind ihr Rezept. Sport mache nicht glücklich, sondern verursache bei ihr Stress. „Und Stress ist ja nicht gesund.“

Das Schlossgespräch endet mit einem Getränk und individuellen Gesprächen. Die meisten Gäste lassen sich nicht lange bitten und füttern die Spendenbox vom Förderverein.