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| 17:00 Uhr

Viel Bewegung auf der Saschowawiese in Weißwasser
Keine Whopper auf der Saschowawiese

 Die Saschowawiese in Weißwasser ist im Zentrum der Stadt ein Anlaufpunkt zum Einkaufen. Im vorderen Bereich sollte urpsrünglich Burger King hin. Daraus wird nun nichts mehr.
Die Saschowawiese in Weißwasser ist im Zentrum der Stadt ein Anlaufpunkt zum Einkaufen. Im vorderen Bereich sollte urpsrünglich Burger King hin. Daraus wird nun nichts mehr. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Burger King eröffnet keine Filiale in Weißwasser. Noch ist auch nicht klar, ob der Edeka-Markt an der Berliner Straße bleibt. Und: Die AWG-Modekette hat Insolvenz angemeldet – der Standort Weißwasser ist aber vorerst nicht von einer Schließung betroffen, heißt es. Von Christian Köhler

Die Gerüchteküche hat in Weißwasser schon lange gebrodelt. Im Mittelpunkt aller Spekulationen: Die Saschowawiese. Nachdem Verkauf des Areals Mitte 2017 an die German Investment Portfolio Asset Management GmbH (Gipam) mit Sitz in Düsseldorf sind die neuen Eigner stets bemüht, Positives zu vermelden. Im November 2018 ist das auch erstmals gelungen: „Wir meinen, dass die neue Hausarztpraxis des CTK Cottbus in Weißwasser ein voller Erfolg ist“, betont Patrick Lutz. Auch das Gebäude an der Berliner Straße hat man noch im vergangenen Jahr mit neuer Farbe verziert. Das allerdings sind bislang die einzigen positiven Nachrichten.

Burger King hat abgesagt

„Das Projekt Burger King auf der Saschowawiese ist auf Grund von Einsprüchen aus der Nachbarschaft gegen den Bebauungsplan  nicht realisierbar“, erklärt Gipam-Mitarbeiter auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit großen Bedauern. Es bestehe kein Interesse mehr daran, eine neue Filiale an der Berliner Straße zu errichten. Und das habe mehrere Gründe, wie Burger King der Gipam schriftlich mitteilte. Konkret hat das Hotel Kristall einen Einspruch eingelegt, wie Patrick Lutz berichtet. Das bestätigt Christina Piche vom Hotel: „Wir haben von dem Recht, unsere Bedenken einzubringen, Gebrauch gemacht“, sagt sie der RUNDSCHAU.

Hintergrund sei, dass das Hotel bereits jetzt schon fast wöchentlich die Polizei wegen Ruhestörungen rufen muss. „Jugendliche drehen mitten in der Nacht ihre Autoradios auf, stören massiv unsere Gäste“, erzählt Christina Piche. Sie befürchtet, dass mit einem Drive-In die Hotelgäste noch massiver gestört werden. „Ich will klarstellen, dass ich nichts dagegen habe, dass Burger King nach Weißwasser kommt. Es sind aber so viele Grundstücke frei und es muss doch nicht ausgerechnet vor unserem Hotel sein“, sagt sie.

In der Konsequenz hätte die Fast-Food-Kette eine Lärmschutzwand errichten müssen. Und das sei dem Unternehmen zu teuer gewesen. Andererseits verfügt Burger King über mehrere Baureihen ihrer Restaurants. Das kleinste davon sei für Weißwasser vorgesehen gewesen. Das aber werde nicht mehr gebaut. Laut Patrick Lutz sei Gipam allerdings in Gesprächen mit weiteren Fast-Food-Ketten. Ob ein anderer Standort in Weißwasser infrage kommt, ist unklar.

AWG-Modekette bleibt vorerst in Weißwasser

Die Insolvenz der Modekette AWG führt ebenfalls zu mehrere Spekulationen. Anfang diesen Jahres hatte das Unternehmen, was etwa 300 Filialen und rund 2900 Beschäftigte in ganz Deutschland unterhält, einen Sanierungskurs eingeschlagen. „Wir sind dabei, 47 unprofitable Filialen zu schließen. Wir sind optimistisch, dass das Unternehmen nach Abschluss des Insolvenzverfahrens solide aufgestellt ist und sich wieder gut am Markt behaupten kann“, sagt der Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, der als Generalbevollmächtigter gemeinsam mit der AWG-Geschäftsleitung den Sanierungsprozess steuert. Unter den 47 Märkten, die geschlossen werden sollen, sind die Filialen in Cottbus und Bautzen. Der Standort Weißwasser sei bislang allerdings nicht betroffen. „Man hat uns bisher nicht darüber informiert, dass AWG die Filiale in Weißwasser schließt“, bestätigt Patrick Lutz von Gipam, „insofern gehen wir davon aus, dass die Filiale bestehen bleibt.“ Auch der Insolvenzverwalter erklärt nichts Gegenteiliges.

Verhandlungen mit Edeka laufen

Ein weiteres Gerücht betrifft den Lebensmittel-Markt Edeka, der ebenfalls an der Saschowawiese in Weißwasser ansässig ist. Dem Vernehmen nach solle, so ein Gerücht, der Markt noch im Sommer schließen. „Das können wir nicht bestätigen“, erklärt Patrick Lutz. Nur so viel: Man befinde sich in Verhandlungen mit dem Lebensmittelmarkt. Die Entscheidung liege bei Edeka, nicht bei der Gipam. „Wir werden alles daran setzen, dass wir einen modernen Lebensmittelmarkt am Standort halten und wenn nötig, einen neuen etablieren“, so Lutz weiter. Ein Edeka-Sprecher wiederum erklärt auf Anfrage: „Zum derzeitigen Zeitpunkt können wir jedoch keine Aussage zur Zukunft des Objektes geben.“ Die Gipam wiederum will nun zunächst die Verhandlungen abwarten.