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| 03:00 Uhr

Bunte Wimpelketten gegen viele Gerüchte

Mädchen und Jungen sowie Eltern sind bei der Wimpelaktion an der Kita in Weißkeißel dabei.
Mädchen und Jungen sowie Eltern sind bei der Wimpelaktion an der Kita in Weißkeißel dabei. FOTO: Regina Weiß
Weißkeißel. Viele gute Gründe sprechen laut Elternschaft für die Kita Feuerwehr Felicitas in Weißkeißel. Diese stehen auf einer Wimpelkette, die am Mittwoch präsentiert wurde. Elternrat und Eltern wollen so ein Zeichen für die Kita setzen, die nach Vorwürfen wegen Körperverletzung an Kindern negativ in die Schlagzeilen gekommen ist. Regina Weiß

Tolle Erzieher, tolle Bedingungen, freundliche Gruppenräume. Leitung und Erzieherinnen haben immer ein offenes Ohr. Zahlreiche Veranstaltungen und gute Schulvorbereitung. Kind fühlt sich in der Kita pudelwohl. Alles Worte von Eltern, die die kommunale Weißkeißeler Kita Feuerwehr Felicitas beschreiben. Sie kann man auf vielen bunten Wimpeln, die seit Mittwoch am Zaun der Kita im Wind flattern, lesen. Gleich daneben hängt ein großes Plakat: "Gebt der Kita Ruhe, sich zu erholen. Kraft, neue Energie zu tanken sowie Liebe und Vertrauen für die Zukunft!"

Mit Wimpelkette, Plakat und einem offenen Brief des Elternrates sollen Zeichen für die Einrichtung gesetzt werden. Diese und alle, die mit ihr zu tun haben, sind seit Sommer 2013 durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Der einstmals gute Ruf der Kita habe einen ex tremen Schaden genommen, formuliert es der Elternrat. "Wir sind damals aus allen Wolken gefallen", sagt Marika Lehnigk und blickt zurück. Aus der Zeitung habe man erfahren, dass gegen Erzieherinnen wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt wird. Mittlerweile sind die Ermittlungen abgeschlossen. Gegen zwei Erzieherinnen wird durch die Staatsanwaltschaft Görlitz wegen gefährlicher beziehungsweise einfacher Körperverletzung Anklage erhoben. Noch muss das Gericht prüfen, ob es zur Verhandlung kommt.

"Sie sind noch nicht verurteilt", stellt Annett Tewellis, Vorsitzende des Elternrates, klar, weil eben das und manch anderes Gerücht erzählt werde. Muttis wie Swetlana Hübner und Jeannine Timm sowie andere, die mit den Wimpeln Stellung für die Kita beziehen, haben den Eindruck, dass gerade der Dreckkübel über der Kita ausgekippt werde. Im offenen Brief verurteilt der Elternrat deshalb Vorverurteilung und Hetze: "Denn das behindert die sachliche und gründliche Aufklärung der Vorwürfe gegen die Erzieherinnen und schadet gleichzeitig allen Kindern in der Kita." Nach wie vor gelte auch in dem Fall die Unschuldsvermutung, sagen die Eltern.

"Wir möchten auch darauf hinweisen, dass alle Eltern immer die Möglichkeit hatten und weiterhin haben, Probleme an den Elternrat, die Kita-Leitung oder den Bürgermeister heranzutragen, um eine Klärung herbeizuführen. Daher distanzieren wir uns auch von der Art und Weise der Erstattung der Anzeigen gegen die Erzieherinnen. Weder der Elternrat noch der Bürgermeister wurden informiert, dass die Sicherheit und Gesundheit unserer Kinder gefährdet gewesen sein soll", heißt es im Elternbrief. Vielmehr liegen die Vorfälle sehr lange Zeit zurück, ohne ein klärendes Gespräch versucht zu haben, kritisieren die Eltern. Dabei gebe es in der Kita für alles und immer ein offenes Ohr.

"Hanna ist glücklich hier. Sie geht gern in den Kindergarten", kann Marika Lehnigk für ihre sechsjährige Tochter sagen. Deshalb macht sie mit bei der Wimpelaktion. Ebenso wie Mario Liepack. Drei Kinder der Familie wurden in Weißkeißel bereits liebevoll betreut. Nummer vier, der 13 Wochen alte Marlon, ist bereits angemeldet. "Wir sind für den Kindergarten und können das Ganze überhaupt nicht verstehen. Dahinter stecken persönliche Probleme", so Mario Liepack aus Pechern.

Gegenwärtig besuchen 62 Mädchen und Jungen die Einrichtung, die erst mit viel Geld der Gemeinde und Fördermitteln saniert wurde. Aufgrund der Vorwürfe gegen die Erzieherinnen haben drei Familien ihre Kinder aus der Kita abgemeldet, teilt der Elternrat mit.