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| 11:58 Uhr

Aufgeschnappt
Bunte Sträuße und Pillen

Weißwasser. Was die RUNDSCHAU-Reporter in der vergangenen Woche nebenbei erlebt haben.

Die Wasserhähne auf den Friedhöfen in Bad Muskau sind ein Problemfall. Entweder sie tropfen oder sie sind so schwergängig, dass man eigentlich eine Zange zum Bedienen bräuchte. Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) ahnt, woran es liegen könnte. „Dort ist die chinesische Variante für  einen Euro eingebaut.“

So ein Mega-Stau auf der Autobahn kann selbst die Kultur durcheinander bringen. So passierte es jüngst im Kromlauer Schloss, wo die Lesung später beginnen musste. „In den fünf Stunden wäre ich von Berlin auch nach München gefahren“, so die Schauspielerin Franziska Troegner, die gemeinsam mit Jaecki Schwarz glücklich war, die Anreise dann doch geschafft zu haben. Einige Herren der Veranstaltung hätten die Wartezeit gern mit einer kühlen Blonden überbrückt, erfuhr die LR.

Adel gegen Bürgerturm – wie geht das wohl aus? Am Samstag machte Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, diese Frage an der Qualität der Blumensträuße fest. Denn erst übergab Thomas Graf von Arnim den drei Kuratorinnen der Sonderausstellung „Die Grafen Arnim als Muskauer Standesherren“, Agnete von Specht, Regina Barufke und Astrid Roscher, ein blumiges Dankeschön, dann Panning. Die Sträuße sahen übrigens toll aus. Und sie sollten nicht die einzigen Geschenke bleiben. Thomas von Arnim freute sich über den Ableger der Strauchkastanie, die mit nach Bayern geht. Weiterhin wurden Mitwirkende an der Ausstellung mit einem Schokoladen-A beschenkt.

Manch einer braucht unbedingt ein äußeres Zeichen seiner Liebe. In früheren Jahren waren es Herzen, die an Wände gemalt wurden mit den jeweiligen Initialen. Heute sind es Liebesschlösser. Stadtrat Hartmut Schirrock vermutet nun, wenn weitere folgen, wird diese Botschaft einfach zu schwer für den Zaun an der Bahnbrücke. Das könnte an dieser Stelle böse Folgen haben. Deshalb regt er an, ein tragkräftiges Gestell hinzustellen. Dann können noch viele zeigen, dass man sich liebt, so der Weißwasseraner.

Die neue Datenschutzgrundverordnung ist wie ein Geschwür, das immer größer wird. Es ist kaum zu beherrschen. Vor allem nicht in kleinen Gemeindeverwaltungen wie Gablenz. Mitarbeiterin Ingelore Zech könnte schreien, sagte sie letzten Montag in der Ratssitzung. Jeden Tag käme meterweise Papier mit Hinweisen, die zu berücksichtigen sind und die Mitarbeiter total verunsichern. Geburtstage sind fürs Amtsblatt genauso passé wie für die Zeitung. Die älteren Herrschaften, die sich bisher über diese Grüße sehr gefreut haben, verstehen die Welt nicht mehr. Sonja Petow: „Wer nicht erwähnt werden will, hat doch auch früher im Gemeindeamt Bescheid gesagt …“ Das ist nur ein klitzekleines Beispiel. Die Beschlussvorlagen wohl ein viel größeres. Da ist vermutlich nur noch von Firma X aus Y die Rede, die einen Auftrag erhält …

Bei LR vor Ort in Klein Priebus ging es am Mittwoch um die beabsichtigte Ehe von Bad Muskau und Krauschwitz – ein in der Bürgerschaft umstrittenes Vorhaben. Kurz vor der Diskussion mit den Bürgern fragte die Bedienung im Neißetreff, was Bürgermeister Rüdiger Mönch trinken möchte. Immer zu einem Spaß aufgelegt, sagte er: „Bier und Wodka“. Ortsvorsteher René Marko fügte lachend hinzu „und Valium“. ni/rw

(ni/rw)