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Bunte Steine, flinke Mäuse und friedliche pechschwarze Hühner

Vogelausstellung mit Mittelalter-Flair – das ist im Farmerhaus in Weißwasser zu erleben gewesen.
Vogelausstellung mit Mittelalter-Flair – das ist im Farmerhaus in Weißwasser zu erleben gewesen. FOTO: amz1
Weißwasser. Was für ein Wirbel in und um das Farmerhaus im Weißwasseraner Brentanoweg: Zahlreiche Gäste sind der Einladung des Vereins der Ziergeflügel- und Exotenzüchter gefolgt. Den Besuchern wird nicht nur eine liebevoll hergerichtete Vogelausstellung geboten, sondern auch ein Mittelalterfest. amz1

Hinzu kommt eine "steinige Premiere". Denn zum ersten Mal sind auch Mineraliensammler mit von der Partie, die im Farmerhaus ihre teilweise Millionen Jahre alten Schätze zeigen.

Die eigentliche Attraktion des Festes präsentiert sich ziemlich ängstlich. Und dazu pechschwarz. Denn dem verdienten Züchter Jürgen Fuhrmann ist es in der Weißwasseraner Region möglicherweise als Erstem gelungen, Chabo-Hühner in komplett schwarzer Farbe großzuziehen. Die jeweils zwei Hähne und Hennen besitzen sogar tiefschwarze Kämme.

"Die sind ganz friedlich und sind kaum zu hören", weiß Fuhrmann. Ihre eigentliche Heimat, so berichtet der Experte, hätten die Tiere in Japan. Fuhrmann hatte sich die vier Küken im Frühjahr in Hannover besorgt.

Der 67-jährige Gablenzer züchtet seit Jahrzehnten vor allem Wellensittiche und Finken. Jetzt wurde der pensionierte Maschinenbau-Ingenieur anlässlich seiner 50-jährigen Mitgliedschaft in der Vereinigung Ziergeflügel und Exoten mit einer Ehrenurkunde bedacht. "Mein erster Vogel war ‚Peter‘, ein Wellensittich. Den hatte mir Vater bereits im Jahr 1960 gekauft." Heute hält Jürgen Fuhrmann rund 100 Vögel, darunter zahlreiche Wellensittiche.

Die Ausstellung im Farmerhaus habe der Ziergeflügel- und Exotenverein, den es seit dem Jahr 1964 gibt, in Zusammenarbeit mit den Leuten aus dem Haus am Hain sowie mit Unterstützung des Tierparks liebevoll aufgebaut. Es gibt sogar einen kleinen Teich mit lebenden Fischen. Die Flamingo-Präparate seien indes ein Geschenk der Weißwasseraner Flamingo-Apotheke. Für die Kakadus aus Holz zeichne der Schleifer Holzbildhauer Thomas Schwarz verantwortlich.

Ganz andere Schätze präsentiert dagegen Jürgen Göhler. Der Krauschwitzer hat einen Teil seiner Mineraliensammlung mitgebracht, darunter die violett glänzenden Amethyste. "Die habe ich im Erzgebirge gefunden", erzählt er. Sehr begehrt seien zudem Rauchquarz-Splitter aus den Königshainer Bergen, die der Krauschwitzer zu Schmuck verarbeitet hat.

Auf der Festwiese am Farmerhaus geht es mittelalterlich zu. Hagen Hördler als Vorsitzender des Ziergeflügel- und Exotenvereins präsentiert sich im historischen Gewand eines Marktvogtes. "Wir wollen den Leuten noch mehr bieten als unsere Vogel-Ausstellung", erklärt er. Die gefiederten Freunde werden bereits seit 17 Jahren präsentiert, das Mittelalterspektakel seit genau einem Jahrzehnt. "Zuvor kam hauptsächlich Fachpublikum zu uns. Dabei wollen wir unsere Tätigkeit einer breiten Öffentlichkeit vorstellen." Möglich wird dies auch durch die Zusammenarbeit mit den Polen und einem damit verbundenen Förderprogramm.

Neben dem "Fleapit-Theater" mit walisischem Touch, Erzählerin Kerstin Otte, die 350 Geschichten aus dem Effeff frei vortragen kann, Marion Erge mit ihrer Engelstrompete und der "Megille-Band", die Klezmer-Musik spielt, ist auch das Mäuseroulette der Familie Zaglauer aus Großhennersdorf ein Hingucker. "Wir arbeiten mit 18 Mäusen, die sehr gut erzogen sind", erklärt Dorothee Zaglauer. Die Leute dürfen wetten, in welches Häuschen die flinken Wesen laufen. "Wir machen unsere kleinen Mäuse mit viel Liebe den Menschen bekannt", ergänzt Reinhold Zaglauer.

Auswärtige Besucher des Volksfestes am Farmerhaus müssen sich indes erst durch das Baustellenchaos im Weißwasseraner Osten kämpfen. Die Umleitung, so sagen sie, ist lückenhaft, und ständig kämen neue Sackgassen-Schilder zum Vorschein. Doch nur wenige Minuten nach ihrer Ankunft ist der Ärger über die Anreise dank des bunten Angebotes verflogen.