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Bundeswehr lässt Ballons steigen

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz lassen Soldaten ab 27. August die Ballons in die Luft. Der Übungsraum erstreckt sich bis nach Senftenberg und Großräschen.
Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz lassen Soldaten ab 27. August die Ballons in die Luft. Der Übungsraum erstreckt sich bis nach Senftenberg und Großräschen. FOTO: Bundeswehr
Weißkeißel/Senftenberg. Die Lausitz ist von der Außenwelt abgeschnitten, die Bevölkerung muss mit Flugblättern informiert werden – diesen Ernstfall proben Soldaten ab Sonntag in Südbrandenburg und in Sachsen. Jan Augustin

Das Zentrale Operative Kommando der Bundeswehr, Abteilung Einsatz aus Mayen (Rheinland-Pfalz) hat für die Zeit von Sonntag, 27. August, bis Freitag, 8. September, eine Übung mit Ballons in der Lausitz angekündigt. Zwischen Weißwasser und Senftenberg werden in diesen Tagen Flugblätter auf die Erde flattern. Die wichtigsten Fragen mit den Antworten von Major und Presseoffizier Tobias Wachner im Überblick:

Warum führt die Bundeswehr so eine Übung in der Lausitz durch - gibt es einen speziellen Anlass? Der Truppenübungsplatz Oberlausitz bietet sich durch seine Größe, die geografische Lage und die geologischen Bedingungen besonders an. Außerdem ist das Flugaufkommen in der Lausitz vergleichsweise gering, sodass es wenige Probleme mit der Sperrung des Luftraumes durch die deutsche Flugsicherung gibt.

Welche Ziele verfolgt die Bundeswehr mit dieser Übung?
Die Ausbildung der Soldaten ist das wesentliche Ziel. Hier stehen Verfahrensabläufe, Zeitabläufe aber auch allgemeinmilitärische Ausbildung im Fokus. Als Zielsetzung ist der handlungssichere, schnelle und punktgenaue Flugblatteinsatz zu sehen.

Wo und in welchen Situationen muss die Bundeswehr Einsätze dieser Art im Ernstfall durchführen?
Die Flugblätter sollen im Einsatzfall bestimmte Zielgruppen über mittlere und größere Entfernungen erreichen, diese informieren und zu einem bestimmten Verhalten bewegen. Normalerweise geschieht dies im Zusammenwirken mit anderen Teilen der Bundeswehr. Diese kann zum Beispiel notwendig sein, wenn bestimmte Zielgruppen von der Außenwelt abgeschnitten sind und nicht anders erreicht werden können.

Wo beginnt die Übung in der Lausitz, wo endet sie?
Die Übung findet auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz statt. Per Kfz-Marsch gelangen die 40 Soldaten von der Kaserne in Weißkeißel auf den Übungsplatz. Der Übungsraum erstreckt sich von Weißkeißel bis nach Senftenberg und Großräschen.

Wie sehen die Ballons aus?
Die unbemannten Ballone haben je nach Befüllung eine Größe von etwa 1,80 Metern im Durchmesser. Es gibt rote und weiße Ballons. Sie werden auch durch andere Einheiten eingesetzt. Der Aerologische Messzug der Bundeswehr, die Wettermesszüge der Artillerie-Truppe und der Deutsche Wetterdienst nutzen dieselben Ballons, um ihre Wetterdaten zu ermitteln. In diesem speziellen Fall werden diese auch zur Verbringung von Flugblättern über mittlere Distanzen genutzt. Geplant ist, etwa 20 Heliumballons pro Tag starten zu lassen. Die Flughöhe beträgt bis zu 3000 Metern.

Werden innerhalb der Übung tatsächlich Flugblätter abgeworfen, und was steht dort drauf?
Ja, es werden Flugblätter abgeworfen. Zu lesen ist, dass es sich um ein Übungsflugblatt der Bundeswehr handelt.