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| 14:51 Uhr

UPDATE Kritik an Nato-Übung in Weißkeißel und Zagan
Bundeswehr-Konvois rollen zurück in die Heimat

 Feldjäger – die Polizeieinheit der Bundeswehr – organisieren die Militärkonvois durch die Lausitz
Feldjäger – die Polizeieinheit der Bundeswehr – organisieren die Militärkonvois durch die Lausitz FOTO: LR / Bodo Baumert
Cottbus. Nach dem Ende der Nato-Übung „Noble Jump“ rollen bis Donnerstag noch einmal zahlreiche Militär-Konvois durch die Lausitz. Autofahrer sollten entsprechend vorsichtig sein. Einen schweren Unfall hat es schon gegeben. Von Bodo Baumert

Lange Konvois mit olivgrünen Militärfahrzeugen haben in den vergangenen Tagen öfter für Verstopfungen auf Lausitzer Straßen gesorgt. Sie waren Teil einer Nato-Übung, in der zunächst Einheiten der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz zusammengezogen und anschließend in einen Übungseinsatz nach Polen verlegt wurden.

Truppentransport über die A15

Nun geht es für einen Großteil der 2500 eingesetzten Soldaten zurück in die Heimatstützpunkte, vor allem ins niedersächsische Munster. Wie am Rande der Übung bei Weißkeißel zu erfahren war, soll ein Großteil der Fahrzeuge am Mittwoch und Donnerstag zurückverlegt werden. Dies geschieht, wo es möglich ist, über die Autobahnen, also vor allem die A15, wo am Dienstag bereits Feldjäger zu sehen waren, die die Konvois begleiten.

Ein Teil der Truppen wird aber auch über den Truppenübungsplatz Weißkeißel zurückverlegt. Entsprechend ist auch rund um Weißwasser mit Transporten zu rechnen.

Schwerer Unfall mit Militärkonvoi

Bei einem dieser Konvois kam es am Montagnachmittag zu einem tragischen Unfall. Eine Frau fuhr an einer Kreuzung mitten in den Konvoi hinein und verletzte sich bei der Kollision schwer.

 An der B115 bei Krauschwitz kam es am Montagnachmittag zu einem schweren Unfall.
An der B115 bei Krauschwitz kam es am Montagnachmittag zu einem schweren Unfall. FOTO: LR / Bodo Baumert

Die Feldjäger der Bundeswehr und auch die Landespolizei mahnen deshalb noch einmal alle Autofahrer, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten. „Diese sieht vor, dass geschlossene Fahrzeugverbände, die als solche zu erkennen sind, grundsätzlich wie ein einzelnes Fahrzeug zu behandeln sind. Das heißt, erst wenn alle Fahrzeuge des Verbandes die Kreuzung passiert haben, dürfen die wartenden Verkehrsteilnehmer ihre Fahrt fortsetzen“, so Polizeisprecher Philipp Marko von der Direktion in Görlitz. Auch beim Überholen gilt ein Konvoi als ein Fahrzeug.

Kritik der Linken

Deutliche Kritik an den Militärtransporten durch die Lausitz kommt von der Linkspartei. Dierk Kunow, Kreisvorsitzender aus Görlitz: „Wir wollen hier in dieser Region friedlich leben und nicht die Zielscheibe kriegsgeiler Nato-Regierungen werden.“ Parteien im Landtag und im Bundestag ruft er auf, sie sollten verhindern, „südlich von Weißwasser einen Konzentrationsraum von Truppen zu schaffen, von wo aus sie weiter Richtung Osten operieren können“.

Panzer üben weiter in Polen

Panzer und andere Kettenfahrzeuge werden in den kommenden Tagen eher nicht als Teil der Konvois zu sehen sein. Diese sollen im Anschluss an das Gefechtsschießen in Zagan noch an einer weiteren Übung in Polen teilnehmen. bei dem Manöver „Dragon“ üben die Bundeswehr-Einheiten gemeinsam mit polnischen Streitkräften. Erst im Anschluss werden diese dann zurück nach Deutschland verlegt – größtenteils allerdings über die Schiene.

 Die  US-geführte Militärübung „Saber Guardian“ gehört zu den größten jährlich stattfindenden Manövern der Nato.
Die US-geführte Militärübung „Saber Guardian“ gehört zu den größten jährlich stattfindenden Manövern der Nato. FOTO: Andreea Alexandru

Auch US-Army schickt Transporte

Parallel findet im Übrigen in Bulgarien, Rumänien und Ungarn ein weiteres großen Nato-Manöver statt. Bei „Saber Guardian“ sind rund 27 000 Soldaten der USA und weiterer Nato-Nationen beteiligt. Möglich sind deshalb in den kommenden auch Truppentransporte der US-Army oder anderer Nato-Staaten durch Deutschland, allerdings eher weniger durch die Lausitz, das das Manöver diesmal nicht in Polen sondern in Südosteuropa angesiedelt ist.

Über 20 Militärkonvois durch die Lausitz

Insgesamt hat die Lausitz seit dem 26. Mai über 20 Militärkonvois erlebt. Im Zuge der Übungen „Noble Jump“ und „Brave Departure“ waren es zunächst ab dem 29. Mai elf Konvois Richtung Weißkeißel. In einem zweiten Schwung folgten seit 1. Juni noch einmal neun Konvois. Von Weißkeißel aus wurden die Truppen dann – diesmal inklusive ihrer per Zug in die Oberlausitz verlegten Panzer – in kleineren Gruppen über die Grenzbrücke bei Görlitz nach Zagan verlegt.

Wie ein solcher Transport ausgerüstet und vom Zug auf die Straßen gebracht wird, zeigen wir in einem Video vom Manövertag in Weißkeißel.