Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) träumt laut von einer ICE-Verbindung von Berlin nach Wroclaw (Breslau) mit Haltestellen in Cottbus und Weißwasser. Sein Unions-Parteifreund Andreas Scheuer (CSU) dürfte Kretschmers Traum am Dienstag erst einmal laut platzen lassen.

Der Bundesverkehrsminister will an diesem Tag verkünden, welche Projekte aus dem Bundesverkehrwegeplan vom „potenziellen“ zum „vordringlichen Bedarf“ aufsteigen dürfen. Nur in dieser Kategorie haben Vorhaben eine Chance, in absehbarer Zeit realisiert zu werden.

Die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke zwischen Cottbus und Görlitz aber schafft den Sprung nicht. Das hat die RUNDSCHAU aus dem Umfeld des Bundesverkehrsministeriums erfahren. Die Strecke gilt genau wie ein Fahrdraht nach Forst (Spree-Neiße) als wichtiger Nervenstrang bei der wirtschaftlichen Neuausrichtung der Lausitz. Dabei geht es in erster Linie um den Gütertransport, aber auch um neue Möglichkeiten für Pendlerströme.

Die Kohlekommission hatte in ihrem ersten Zwischenbericht eine stärkere Anbindung des Lausitzer Reviers an die Metropole Berlin und den Entwicklungsraum Dresden gefordert. Die Aufwertung der Trasse nach Görlitz ist nach Scheuers Plan aber wohl erst einmal vertagt.

Trotz der Abfuhr aus dem Verkehrsministerium in Richtung Görlitz bleibt ein Hoffnungsschimmer. Das zweite Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau steht auf Scheuers Prioritätenliste im „vordringlichen Bedarf“.