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| 03:03 Uhr

Bundesmittel für Kromlauer Park im Visier

Berauscht vom verführerischen Duft der Azaleenblüten lassen die beiden Damen den Feierabend im Kromlauer Park ausklingen. Auch der Rhododendron lädt farbenfroh zu einem Spaziergang ein.
Berauscht vom verführerischen Duft der Azaleenblüten lassen die beiden Damen den Feierabend im Kromlauer Park ausklingen. Auch der Rhododendron lädt farbenfroh zu einem Spaziergang ein. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Kromlau. Nachdem die angedrohte Verkleinerung des Kromlauer Parks bundesweit Schlagzeilen gemacht hat, kommt nun Bewegung in die ganze Angelegenheit. Große Hoffnung setzt die Gemeinde dabei auf ein Bundesprogramm. Regina Weiß

In den letzten Wochen ist eifrig an einem Förderantrag gestrickt worden, von dem sich Gablenz Mittel für den Kromlauer Park erhofft. Die Gemeinde setzt auf das Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus". Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt dafür in diesem Jahr 50 Millionen Euro bereit. Mit diesem Bundesprogramm werden unter anderem investive sowie konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit unterstützt, heißt es bei der Bundesbehörde. Dass der Kromlauer Park ein Denkmal von nationalem Charakter ist, hat die Landesdenkmalbehörde der Gemeinde erst kürzlich wieder ins Stammbuch geschrieben.

Wer ins Rennen um die Millionen gehen will, der muss bis zum 20. Mai seinen Antrag gestellt haben. Dafür wurde bereits mehrere Wochen fleißig gearbeitet, erklärt Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) im Gemeinderat. Mit am Tisch haben Vertreter der Stadt Bad Muskau und der Entwicklungsgesellschaft des Kreises gesessen. "Diese wurden von Landrat beauftragt, uns bei dem Antrag zu unterstützen", so Noack. Bad Muskau war mit dabei, weil die Stadt Erfahrungen auf dem Gebiet hat. Sie profitiert bei der Umgestaltung des Grenzvorplatzes von dem Bundesprogramm. Unterstützung geben außerdem die Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (CDU) und Thomas Jurk (SPD). Jetzt stimmte auch der Gemeinderat einstimmig zu, diesen Förderweg zu beschreiten. "Ich bin froh, dass sich alle engagieren. Wenn uns das gelingen sollte, dann wäre das eine große Sache", erklärt Noack. Wobei er sich zur Fördersumme bedeckt hielt.

Beim Fördermittelantrag habe man nicht nur den reinen Park im Blick gehabt, sondern auch das gesamte Umfeld der Gemeinde samt Geopark Muskauer Faltenbogen betrachtet. Dies fange bei den Parkplätzen an und höre bei den Nachpflanzungen für das Parkareal auf.

Unabhängig vom jetzt gestellten Antrag wird nun besonderes Augenmerk auf die Rakotzbrücke gelegt. Über Professor Stephan Pfefferkorn von der Fakultät Bauingenieurwesen/Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden wird eine Studentin im Juni eine Bestandsanalyse des symbolträchtigen Bauwerks machen. 1863 begann der Bau des Bogens. Fast zwanzig Jahre später verlor sie erst ihre Stützpfeiler. Mittlerweile hat der Zahn der Zeit erheblich genagt.

"Fakt ist: Der Bitumen ist rissig. Es tritt Feuchtigkeit ein. Wenn wir die Analyse haben, dann können wir darauf aufbauen", ist sich Dietmar Noack sicher. Ein weiteres studentisches Projekt könnte die Analyse der Grotte werden. Dieses Projekt ist derzeit an der Dresdener Hochschule ausgeschrieben.

Parallel dazu schaut sich eine Fachfirma aus Bautzen den Bestand der Bäume im Kromlauer Park genauer an. Damit kann auch in diesem Bereich genauer gesagt werden, was künftig auf die Gemeinde an Arbeiten zukommt. Nach einer Beratung mit dem Kreisforstamt sind neun Hektar aus dem Parkgebiet nun als Wald klassifiziert worden. Zusätzlich zu denen, die es bereits bis dahin gab.

Derweil einiges angeschoben wurde, um den Kromlauer Park auch künftig erhalten zu können, machen unvorsichtige Parkbesucher immer wieder von sich reden. Das Besteigen der Rakotzbrücke scheint zum Hobby zu werden. Gemeinderat Frank Hoffmann forderte deshalb, dass mehrsprachige Verbotsschilder angebracht werden. "Zwei Sprachen reichen dabei nicht", deutete Gemeinderat Dirk Thorausch an. Er setzt künftig auf Piktogramme. Das sind einzelne Symbole, die eine Information durch vereinfachte grafische Darstellung vermitteln. "Das ist wenigstens idiotensicher", so Thorausch.

Immer wieder passiert es, dass Parkbesucher auch die Rakotzbrücke betreten, obwohl es verboten ist.
Immer wieder passiert es, dass Parkbesucher auch die Rakotzbrücke betreten, obwohl es verboten ist. FOTO: F. Paulick