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| 02:51 Uhr

Bundesabgeordnete: Fehlverteilung ist das A und O

Weißwasser. (ni) Sowohl der Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer (CDU) als auch Thomas Jurk (SPD) sehen die Kassenärztliche Vereinigung in der Pflicht, die ärztliche Versorgung sicherzustellen. "Die KV muss ihrer Verantwortung für die Sicherstellung nachkommen.

Wenn sie das nicht kann, muss der Staat ihr die Aufgabe wegnehmen", so Kretschmer.

Fakt sei, sagt dieser, es werden mehr Ärzte ausgebildet. "Aber wir haben eine totale Fehlverteilung. Das ist das A und O. In den Metropolen gibt es ein Überangebot, und im ländlichen Raum fehlen die Ärzte." Kretschmer fordert deswegen von der KV, für große Städte keine Vergütungen mehr vorzunehmen. Damit würden nach Auffassung des Abgeordneten junge Ärzte gezwungen werden, über einen Einsatz im ländlichen Raum nachzudenken. "Aber wir brauchen auch neue Modelle. Denn junge Leute bevorzugen eine Anstellung als Arzt, keine eigene Praxis." Deshalb sieht Kretschmer in Zukunft Ärzte in Praxen wie den medizinischen Versorgungszentren, die angedockt an Krankenhäuser sind. Thomas Jurk und Michael Kretschmer wissen, dass von Ärzte-Notversorgung in den Altbundesländern kaum die Rede ist. "Deswegen werden von dort dringend notwendige Veränderungen blockiert."

Sachsen sei da ein Vorreiter, was die Geschichte mit dem Studium in Ungarn angeht. "Aber der Beweis, ob das funktioniert, sich die jungen Leute nach ihrem Studium nicht womöglich aus der Verantwortung klagen, ist noch nicht erbracht."

Kretschmer weiß, dass zumindest bei der Bundeswehr dieser Weg nicht immer klappt. "Wir müssen aufpassen, dass wir keinen Irrweg einschlagen", rät er. Thomas Jurk sieht es als schwierig an, eine Lobby zu finden, um Medizinstudenten grundsätzlich an eine Region zu binden. "Für einige stellt das geradezu ein Systemwechsel da."