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Bund und Land wollen Gros der Kosten für Wasserleitung tragen

Weißwasser. Was die bis dato offene Finanzierung für die Südleitung beim notwendigen Bau einer neuer Trinkwasserleitung von Weißwasser über Boxberg nach Sdier angeht, scheint eine Lösung in Sicht. Wie Bundestagsabgeordneter Michael Kretschmer und Landtagsabgeordneter Lothar Bienst (beide CDU) nach intensiven Gesprächen beim Land und Bund sowie mit Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) am Mittwoch informierten, würden Bund und Land den überwiegenden Teil der Kosten übernehmen. Gabriela Nitsche

Die Gelder sollen aus Paragraf-3-Mitteln fließen.

Bisher wird beim Wasserzweckverband Mittlere Neiße - Schöps (WZV) und in der Stadt Weißwasser von rund 17 Millionen Euro für den Abschnitt Boxberg-Sdier ausgegangen. Was nicht übernommen werde, so Kretschmer, seien jene Kosten, die für die Erneuerung vorhandener verschlissener Anlagen im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben notwendig seien.

Aus Sicht der CDU-Abgeordneten sei damit eine gute Lösung gefunden. Kretschmer unterstreicht die Unterstützung durch das sächsische Wirtschafts- und Umweltministerium sowie das Bundesfinanzministerium. Derzeit sei Sachsen dran an der Genehmigungsplanung für diesen zweiten Leitungsabschnitt, der auch durch FFH-Gebiete führt.

Der erste Teil der neuen Trinkwasserleitung von Weißwasser nach Boxberg (Nordleitung) verschlingt nach bisherigen Planungen knapp neun Millionen Euro. Fünf davon trägt Vattenfall. Der WZV nimmt Kredite über 3,6 Millionen Euro auf. Noch in diesem Jahr soll gebaut werden.

Um die Finanzierung der Südleitung war in der Vergangenheit eine heftige Debatte entfacht. Die Region lehnt es ab, die Kosten zu tragen, weil das unweigerlich die Trinkwasser-Gebühren in die Höhe treiben würde. Eine neue Leitung muss dringend gebaut werden, um die Trinkwasserversorgung für rund 35 000 Menschen und eine Vielzahl von Betrieben zu sichern. Notwendig wird der Bau, weil der Wasserliefervertrag mit Vattenfall 2018 ausläuft und die Wasserfassung Bärwalde ab 2015 wegen Sulfatbelastung im Grundwasser nicht mehr nutzbar sein wird. Diese Belastung steige zusehends.