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Bürokratischer Aufwand nicht mehr leistbar

Weißwasser. Zum umfangreichen Programm der Volkshochschule Dreiländereck gehör(t)en auch immer Gesundheitskurse. Mit Beginn des neuen Semesters gibt es Veränderungen beim Verfahrensweg, was bei vielen Kursteilnehmern für Nachfragen sorgt. Regina Weiß

Egal, ob mit Wassergymnastik, Pilates, Rückentraining oder Zumba - die Volkshochschule (VHS) Dreiländereck, Regionalstelle Weißwasser, hat über die Jahre hunderte Teilnehmer in Bewegung gebracht. Die Gesundheitskurse waren und sind gefragt. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Irritationen groß sind, wenn die VHS in diesem Bereich etwas verändert. Im neuen Heft, das druckfrisch verteilt wurde, und mit Handzetteln für die Kursleiter macht das Team darauf aufmerksam, dass es sofort nicht mehr am Prüfverfahren der Zentralen Prüfstelle für Prävention (ZPP) teilnimmt. Denn bevor sich die Kursteilnehmer bewegen können, war stundenlange Arbeit am Computer erforderlich. "Minutiös musste jeder Kurs von uns eingepflegt werden. Ein Riesenaufwand", berichtet Gudrun Hirschmann aus eigener Erfahrung. Hinzu kam, dass man sich vom Ergebnis überraschen lassen musste. Der eine Kurs wurde genehmigt, ein anderer wieder nicht. Nach anderen Volkshochschulen in Deutschland ziehe nun auch die VHS Dreiländereck einen Schlussstrich unter diese Bürokratie. Weil das Prüfverfahren einen hohen Aufwand eingefordert hat - im Jahr rund drei Monate - und mehr Personal zu einer Kurssteigerung führen würde, zieht die VHS nun nach eigenen Angaben die Notbremse. "An der Qualität der Kurse ändert sich gar nichts", unterstreicht Gudrun Hirschmann. Allerdings an der Abrechnung der Kursteilnehmer mit ihren Krankenkassen schon. Deshalb ergeht der Rat der VHS an die Teilnehmer, sich vorher mit ihrer Krankenkasse ins Benehmen zu setzen. Ausnahme sei die AOK Plus, die von der Entscheidung nicht betroffen ist, teilt die VHS mit.

Auch im Frühjahrssemester schlägt die Einrichtung in der Jahnstraße 50 wieder einen großen Angebots-Bogen. Dank einer neuen Kursleiterin können wieder Yoga-Kurse angeboten werden. Am 2. März startet ein solcher um 17 Uhr in Weißwasser. Was es mit Irisdiagnose (1. April), Faszientraining (25. März), Feldenkrais (7. März) oder Aromatherapie (8. April) auf sich hat, erfahren die Kursteilnehmer in Weißwasser und Niesky. Der Kurs Fit im Alltag richtet sich an Senioren. Los geht es hier am 6. März. Die vegane Küche hat auch in Weißwasser ihre Fans gefunden. Klar, dass die Kochkurse nicht mehr wegzudenken sind. Langos und Rosenkohl-Quinoa-Salat stehen am 1. März auf dem Kochplan.

Ein ganz anderes, aber nicht minder spannendes Thema steht auf der Tagesordnung des Philosophiekreises. Am 18. Februar ab 15 Uhr heißt es "Rechtspopulismus und -extremismus - eine Begegnung mit dem Anderen."

Wer bei Smartphone und Tablet auf praktisches Lernen setzt (4. April), Arabisch (8. März) oder Polnisch (2. März) lernen will oder sich in Raku-Keramik (3. Mai) ausprobieren will, ist bei der Volkshochschule ebenfalls richtig. Gerade beim Letztgenannten sollte man nicht zu lange warten. "Hier ist schnelles Anmelden gefragt", weiß Karola Petrick vom VHS-Team aus Erfahrung.

www.vhs-dle.de

Zum Thema:
Noch bis zum 27. Januar steht das farbenfrohe Bodypainting im Mittelpunkt der Kleinen Galerie im Gebäude der Volkshochschule Weißwasser. Nicht weniger farbenfroh wird der Ausstellungsreigen 2017 eröffnet. Ab dem 5. Februar zeigt Tino Schumann, bekannt als ehemaliger Apotheker aus Weißwasser und Weltumsegler, unter dem Titel "Faszination Korallenriff" seine Fotografien. Dass sie auf Aluminium gezogen wurden, verleiht ihnen eine große Spur Realismus.Daran schließen sich Arbeiten von Roland Tauche an. Er stellt ab dem 14. Juli in Weißwasser aus. Dritter im Reigen ist Reiner Franz. Auch er ist in Weißwasser kein Unbekannter mehr. Der Berufsfeuerwehrmann im Kraftwerk Boxberg malt seit seiner Jugendzeit. Ab dem 10. September werde er seine neuesten Werke zeigen.Im vergangenen Jahr wurden Arbeiten des verstorbenen Senftenberger Malers Gerhart Lampa in der Kleinen Galerie gezeigt. Zum Jahresende 2017 folgen nun Arbeiten seiner Frau. Barbara Seidl-Lampa zeigt Malereien und Grafikarbeiten, aber auch Keramiken. Das Ganze wird am 25. November eröffnet. Die Galerie-Gespräche werden fortgesetzt. Mit Kunsthistorikerin Marianne Risch-Stolz aus Leipzig haben die Weißwasseraner eine kompetente Fachfrau an ihrer Seite. Am 3. März, 18 Uhr, geht es um Paul Gauguin und damit einen der Gründerväter der modernen Malerei. Am 3. November, 18 Uhr, unternimmt man gedanklich einen Ausflug in die Zeit um 1900 und in die Künstlerkolonie Skagen in Dänemark.Neu ist das Angebot der Atelierbesuche. "Manch einer traut sich vielleicht nicht allein", erklärt Karola Petrick das Vorhaben, gemeinsam in einer Gruppe die Räume zu erkunden, wo Künstler kreativ sind. Den Anfang macht man am 13. Mai mit Holzkünstler Thomas Schwarz aus Schleife.