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Kommunales
Bürgermeister wagt den Blick in die Glaskugel

Bürgermeister Ralf Brehmer (r.) konnte den Daubitzern den Sonderpreis für ihr besonderes Engagement beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ übergeben.
Bürgermeister Ralf Brehmer (r.) konnte den Daubitzern den Sonderpreis für ihr besonderes Engagement beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ übergeben. FOTO: Regina Weiß
Rietschen. Zum siebenten Mal gibt es in Rietschen einen Neujahrsempfang und somit Gelegenheit für Rück- und Ausblicke. Von Regina Weiß

  Das Glück soll Rietschen und seinen Bewohnern auch im neuen Jahr hold sein. Die Dekoration beim Neujahrsempfang am Freitagabend spricht da schon mal Bände. Glückskekse und -klee liegen auf dem Tisch. Ein kleines Glücksschwein lugt über ein Mini-Hufeisen. Bei so viel Symbolik dürfte nichts schief gehen. Klar, dass da Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos) auch eins gelingt: Der Blick in die Glaskugel.

Was kommt 2018 auf die Rietschener zu? Zum Beispiel das schnelle Internet. Und es wird sogar noch schneller, als alle dachten. Von 50 MBit auf 100 MBit. So werde in die Blocks in der Straße am Wasserwerk das Glasfaserkabel bis ins Haus gelegt. Mit dem Energieunternehmen Leag soll ein neuer Vertrag abgeschlossen werden, „um das Gemeindeleben noch positiver zu gestalten“, so der Gemeindechef. Die Planungen für den Anbau an die Kita „Kleine Strolche“ werde weiter vorangetrieben. Für die Jüngsten der Gemeinde sollen in einem Anbau ein Sport- und zwei Gruppenräume neu entstehen. Das Bauvorhaben Mehrgenerationswohnen in der Ortsmitte von Rietschen soll im August dieses Jahres eingeweiht werden. „Wer schon einmal wissen will, wie es dort aussieht, kann am 27. Januar vorbeischauen“, so Brehmer. Dann gebe es einen Tag der offenen Tür.

Gebaut werde auf der Kirchstraße in Rietschen und auf der Alten Muskauer Straße in Daubitz. Die Glaskugel verrät auch, dass die Bautzener Straße in Nieder Prauske noch ein Jahr in der Warteschleife drehen muss. Die S 131 werde als Umleitungsstrecke für die Zeit gebraucht, wenn durch die Niederschlesische Magistrale die Brücke auf der B 115 bei Niesky weichen muss.

Ganz fett ist aber auch in der Glaskugel eins zu lesen: Die gymnasiale Oberstufe für die Freie Schule kommt 2018. Da ist sich Brehmer ganz sicher. Das gehöre dazu, wenn die Regierung verspreche, dass die Bedingungen im ländlichen Raum verbessert werden sollen. 2017 hatte das noch nicht geklappt.

Überhaupt 2017. Das Jahr der Wahlen. Die Bürgermeisterwahl war für Ralf Brehmer selbst von großer Bedeutung, „sonst würde ich heute nicht vor ihnen stehen“. Die Wahl zum Bundestag war für ihn „eine Denkzettelwahl“.  Ein Protest gegen das, was im persönlichen Umfeld nicht gut laufe.

2017 war aber auch ein Jahr der Bautätigkeit im Ort. Die Ortsdurchfahrt der B 115, der Baubeginn für das neue Projekt des Familienunternehmens Kunze, die Arbeiten auf dem Erlichthof (Wohnmobilstellplatz, Servicegebäude und Bauernküche), zählt Brehmer auf.

Froh ist er über die engagierten Mitmacher in seiner Gemeinde. Sie haben unter anderem bei der Feuerwehr ihren Mann oder ihre Frau gestanden, das Kino erhalten oder das Töpfer-, Country- oder Oktoberfest sowie den Daubitzer Weihnachtsmarkt mitgestaltet.

Apropos Daubitz. Die Initiatoren und Mitwirkenden des Rundgangs im Rahmen des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ bekommen den Sonderpreis der Kreisjury verliehen. Denn die Gemeinschaft hatte sich bei dieser Aktion wahrlich richtig ins Zeug gelegt. Jetzt warten sie gespannt auf die detaillierte Auswertung mit der Kreisjury, um zu sehen, wie es konkret zur Bewertung kam und was sich für die Zukunft daraus entwickeln lässt, so Diana Tüngerthal gegenüber der LR. Die 200 Euro, die zum Preis gehören, kommen dem Heimatverein zugute.

Zum siebenten Mal findet der Neujahrsempfang im Fema-Saal in Rietschen statt. Auch in diesem Jahr hat der Bürgermeister die Gelegenheit genutzt, die Neubürger im Ort zu begrüßen. „Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden“, zitierte Brehmer Oscar Wilde. „Ich wünsche ihnen allen, dass Sie die Möglichkeiten mit offenen Augen sehen“, so Brehmer.

Einmal in der Woche Gymnastik, das hält fit - die Frauen des SV Stahl Rietschen stoßen beim Neujahrsempfang auf ein gesundes neues Jahr an.
Einmal in der Woche Gymnastik, das hält fit - die Frauen des SV Stahl Rietschen stoßen beim Neujahrsempfang auf ein gesundes neues Jahr an. FOTO: Regina Weiß
Eine Abordnung des Fröhlichen Harmonika-Orchesters Krauschwitz spielte in Rietschen auf. Die flotte Musik kam bestens an.
Eine Abordnung des Fröhlichen Harmonika-Orchesters Krauschwitz spielte in Rietschen auf. Die flotte Musik kam bestens an. FOTO: Regina Weiß