Von Christian Köhler

Am Donnerstag haben Bürgermeister aus allen deutschen Kohlerevieren ein Treffen in Spremberg abgehalten. Ziel des Treffens war es, eine Vereinbarung auf den Weg zu bringen, mit der sich die Bürgermeister insgesamt mehr Gehör bei der Bundesregierung verschaffen. Auch, so informiert Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), wolle man gemeinsam in den Bundestag fahren, um mit den Fraktionsvorsitzenden der Parteien zu sprechen.

Waldemar Locke (CDU), Bürgermeister von Trebendorf, fühlt sich allerdings von Torsten Pötzsch und Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) überrumpelt. „Ich erfahre von solchen Treffen aus der Presse“, erklärt er der RUNDSCHAU. „Ich finde es unmöglich, dass Bürgermeister von direkt betroffenen Kommunen, wie etwa aus Schleife, Boxberg oder eben Trebendorf über solche Treffen nicht informiert werden“, ärgert sich Locke. Inzwischen wisse er nicht mehr, „warum wir anteilig Geld für Lausitzrunde als Kommune bezahlen, wenn wir nicht richtig informiert werden“. Immerhin befindet sich Trebendorf in der Haushaltskonsolidierung, Locke sagt: „Wir kriechen auf dem Zahnfleisch“. Aus seiner Sicht gehe das „Wir-Gefühl langsam verloren“.

Torsten Pötzsch indes gibt zu verstehen, dass es sich um einen Arbeitsgruppenbesuch in Spremberg gehandelt habe, der mit der „gesamten Lausitzrunde im Juli besprochen“ worden sei. „Alle Reviere haben eine Delegation entsandt“, erklärt er. Aus dem sächsischen Revier sind Ralf Brehmer aus Rietschen, Manfred Heine aus Spreetal, Stefan Skora aus Hoyerswerda und eben Torsten Pötzsch angereist. „Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen“, mahnt Torsten Pötzsch. Er nehme sich jedoch an, dass die Kommunikation untereinander verbessert werden müsse. „Es gibt aber auch eine Bringepflicht“, so Pötzsch, „und wer zu bestimmten Treffen mitkommen möchte, kann dies jederzeit und gern machen.“ Er wolle nun mit Waldemar Locke ins Gespräch gehen, kündigt er an.