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| 16:00 Uhr

Verkehr
Bürgermeister für Verlängerung der B 178n

Weißkeißel. Eine Initiativgruppe möglichst unter Beteiligung der Wirtschaft soll sich gründen.

Die Bürgermeister der Nord-Gemeinden des Landkreises Görlitz halten einstimmig den Ausbau der Straßeninfrastruktur für ein Kernprojekt im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Strukturwandel in der Lausitz. Orte wie Weißwasser, Boxberg und Schleife brauchen dringend Anschluss an das Autobahnnetz. Die Weiterführung der B 178 n als eine neue Verbindung von der A 4 (Weißenberg) bis zur A 15 (Roggosen) ist eine der wichtigsten Zukunftsinvestitionen für die Region, heißt es in einer Pressemitteilung nach der jüngsten Sitzung in Weißkeißel.

Die Straße müsse als vierspurige anbaufreie Bundesschnellstraße – quasi eine Autobahn ohne Standstreifen – schnellstmöglich in Planung gehen. Auch die anwesenden Landtagsabgeordneten Thomas Baum (SPD) und Lothar Bienst (CDU) unterstützten den Vorschlag parteiübergreifend. Baum erklärte, dass nur mit einer mehrspurigen Nord-Süd-Verbindung von Zittau über Weißenberg, Weißwasser bis zur A 15 bei Cottbus die Strukturschwäche der Region überwunden und diese entwickelt werden könne. Langfristig wird diese Linie auch Schwerverkehr aufnehmen und damit beide Autobahnen entlasten. In der Vergangenheit seien Ansiedlungsvorhaben auch an noch nicht ausreichender Verkehrsinfrastruktur gescheitert. Der Schleifer Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) erklärte, dass die Notwendigkeit einer solchen Verbindung schon in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts bestanden habe. Eine entsprechende Karte lieferte er gleich mit.

Die Bürgermeister zeigten sich enttäuscht von einem kürzlich stattgefundenen Gespräch bei Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold (SPD) zu diesem Thema in Dresden. Er habe eine so dringend notwendige Straße mit naturschutzfachlichen Bedenken ohne nähere Untersuchungen abgelehnt. „Wir waren nicht im Umwelt-, sondern im Wirtschaftsministerium zu Gast. Das Maß an Bedenken hätte ich dort so nicht erwartet. Sicher sind wir eine natursensible Gegend. Doch davon allein können die Leute nicht leben“, so Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos).

Die Bürgermeister wollen sich nicht von der Einzelmeinung eines hohen Regierungsbeamten abweisen lassen. Ralf Brehmer möchte genauso wie im südlichen Landkreis eine Initiativgruppe für den Bau der Straße aufbauen. Da wäre es wünschenswert, wenn sich auch Teilnehmer aus der Wirtschaft einbringen würden. Eine Umsetzungsstudie für eine Linienführung sollte schnellstmöglich erstellt werden, um den Strukturwandel nicht zu verschlafen. In dieser Studie sollten natürlich auch die Belange von Natur und Landschaft Beachtung finden, heißt es in der Erklärung der Bürgermeister.

Auch in der Lausitzrunde will man sich 2018 verstärkt dem Thema Straßenverkehr widmen.