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| 12:33 Uhr

Schleife
Bürgermeister fordert den Bau der B 160

Am Abzweig der B 156 am südlichen Eingang von Weißwasser könnte die B 160 geradeaus weiterführen.
Am Abzweig der B 156 am südlichen Eingang von Weißwasser könnte die B 160 geradeaus weiterführen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Schleife. Schleifer Gemeindechef Reinhard Bork will Planungen für Ost-West-Trasse wieder aufnehmen. Von Torsten Richter-Zippack

Derzeit ist in der Oberlausitz die Bundesstraße 178n in aller Munde. Zahlreiche Politiker fordern nicht nur die Fertigstellung des Teilstückes zwischen der A 4 bei Weißenberg und Zittau, sondern ebenso die Nordverlängerung zur A 15 bei Cottbus. Erst Anfang September hatten CDU- und SPD-Fraktion im sächsischen Landtag einen entsprechenden Antrag eingebracht. Der Schleifer Bürgermeister Reinhard Bork bringt in diesem Zuge ein weiteres, ursprünglich auf Eis gelegtes Straßenbauprojekt wieder ins Gespräch. „Ich bin für die Wiederaufnahme des Planverfahrens für die Bundesstraße 160.“ Diese Trasse würde von Ost nach West Weißwasser und Hoyerswerda verbinden. Bislang sind die beiden Städte über die B 97 und S 130 (Neustadt - Schleife - Trebendorf) rund 38 Kilometer voneinander entfernt. Über die B 160 würden die Orte auf etwa 25 Kilometer zusammenrücken. „Wir brauchen diese Straße dringend, um überhaupt über Strukturwandel in der Lausitz sprechen zu können“, mahnt Bürgermeister Bork.

Ursprünglich gab es vier Trassenkorridore für die B 160. Zwei wurden wegen des zu großen Aufwandes verworfen. Übrig geblieben sind die Streckenführungen durch das Gebiet nördlich von Schleife sowie die südlicher verlaufende Variante durch das einst vom Bergbauunternehmen Vattenfall geplante Abbaugebiet Nochten II, das nach aktuellem Revierkonzept des heutigen Bergbautreibenden, der Leag, nicht mehr in Anspruch genommen wird.

Nach aktuellen Planungen rückt der neue Wohnstandort der umzusiedelnden Mühlroser näher an den Kernort Schleife heran, sodass die Nordvariante der B 160 für Reinhard Bork wieder attraktiver erscheint. „Ich erkenne bei dieser Trassenführung keine zusätzliche Belastung der Umsiedler“ sagt Bork. Er favorisiere diese Variante gegenüber der südlicher verlaufenden Trasse. Zudem sollten vor allem bereits vorhandene Straßen ausgebaut werden.

Der Schleifer Bürgermeister hatte sein Anliegen beim jüngsten Besuch der CDU-Fraktion des sächsischen Landtages vorgetragen. „Die Idee wurde positiv aufgenommen“, urteilt Reinhard Bork. Nach Angaben des wirtschaftspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Frank Heidan, sei gerade im Grenzbereich Sachsen/Brandenburg eine deutlich verbesserte Verkehrsanbindung notwendig. Heidan spricht allerdings nur von der Nord-Süd-Achse, also der B 178n von Zittau nach Cottbus. Der CDU-Abgeordnete Stephan Meyer mahnt im Zuge des weiteren Strukturwandels in der Lausitz beschleunigte Planungsverfahren bei wichtigen Verkehrsprojekten an, ohne jedoch die B 160 zu erwähnen. Nach Angaben von Reinhard Bork sei es in der Tat ein Unding, dass sich Straßenbauverfahren zwischen zehn und 14 Jahre hinziehen können.

Einen Fürsprecher für die B 160 hat Bork im Verkehrsexperten der SPD-Fraktion des Landtages, Thomas Baum. „Ich habe es bereits vor rund zehn Jahren bedauert, dass das Thema B 160 so schnell in der Versenkung verschwunden war“, sagt der Abgeordnete. Die damaligen Überlegungen seien jetzt wieder aufzugreifen. „Ich stehe der B 160 definitiv sehr positiv gegenüber, jedoch als Ergänzung zur Nord-Süd-Linie (B 178n).“ Baum verweist in diesem Zusammenhang auf die in Nordsachsen und Südbrandenburg im Gespräch befindliche Mitteldeutschland-Lausitz-Trasse (MiLau), die mittels diverser Ortsumfahrungen und einzelner Neubautrassen Leipzig, Torgau, das Elbe-Elster-Land, Hoyerswerda und Weißwasser verbinden soll. Westlich der Glasmacherstadt entstünde dann mit der B 178n ein größerer Verkehrsknoten. Priorität genieße aber die Nord-Süd-Verbindung Zittau - Cottbus. „Die Linie nach Westen (B 160) ist dazu eine sehr gute Netzergänzung, die aber ohne die Nord-Süd-Linie allein nur geringfügige Vorteile für einen überschaubaren Raum aufweist“, argumentiert Thomas Baum.

Die B 160 befindet sich nicht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan. „So besteht kein Planungsrecht für den Freistaat Sachsen“, erklärt Marco Henkel vom sächsischen Verkehrsministerium. Allerdings werde Sachsen bis Ende 2019 im Zuge der MiLau-Trasse eine Potenzialanalyse erstellen lassen, um den Bedarf für eine solche durchgängige Verbindung zu ermitteln. Dazu zähle auch der Teilabschnitt zwischen Hoyerswerda und Weißwasser.