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| 02:52 Uhr

Bürgermeister a. D. Roland Spranger sagt "Ade"

"Wir wollen Dir von Herzen Danke sagen", so Bürgermeister Andreas Lysk (r.) zu Vorgänger Roland Spranger in der jüngsten Ratssitzung. Der 72-jährige Weißkeißeler muss ruhiger treten.
"Wir wollen Dir von Herzen Danke sagen", so Bürgermeister Andreas Lysk (r.) zu Vorgänger Roland Spranger in der jüngsten Ratssitzung. Der 72-jährige Weißkeißeler muss ruhiger treten. FOTO: Gabi Nitsche
Weißkeißel. Gesundheitliche Probleme sind der Beweggrund, dass sich Roland Spranger (72) nun gänzlich aus dem öffentlichen Leben verabschiedet hat. Der Weißkeißeler brachte es in der jüngsten Ratssitzung auf den Punkt, als er sagte: "Ein Bürgermeister a.D. sagt Ade". Von 1989 bis 2001 war er Gemeindechef. Gabi Nitsche

Nachfolger Andreas Lysk (parteilos) gibt die Hoffnung nicht auf, dass Roland Spranger doch eines Tages wieder zurückkehrt. "Du hast schon oft gesagt, jetzt ist Schluss, und dann haben wir dich überredet, die unterschiedlichsten Aufgaben zu übernehmen." Der Bürgermeister dankte dem Bürgermeister a.D. in der letzten Ratssitzung 2016 herzlich für seinen jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz. Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit sei das Thema Umrüstung der Kläranlagen gewesen. "Mit unnachahmlicher Art und Weise sowie sanftem Druck hast du dich im Dorf darum gekümmert und um die Fördermittel für die Leute und was sonst dazu gehörte. Super."

Dem 72-jährigen Roland Spranger sei es auch zu verdanken, so Lysk, dass Weißkeißel mit der Heimatstube weiter vorankam. Die Sonderausstellungen wie die zu 25 Jahre Wende oder zu den Traditionen der Hausschlachtung seien vom Feinsten. Spranger habe die Geschichte Weißkeißels für Interessierte zugänglich gemacht, vieles ist in der Dauerausstellung zu sehen. Er hat sich um die Öffnungszeiten und vieles mehr gekümmert.

"Wenn man sich verabschiedet, gibt man den Schlüssel ab. Das fällt mir nicht leicht", gestand Spranger. "Ich ziehe mich aus gesundheitlichen Gründen zurück", sagte er und erinnerte an bekannte Rücktritte. Mit dem CDU-Bundespolitiker Bosbach teile er das Los der Krankheit. Dabei wäre es ihm lieber, mit Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg das Vermögen zu teilen. Spranger: "Jetzt ist Schluss mit allem."

Zum Abschied hätte er gern seine Geschichte und die der Gemeinde seit 1990 in einem Comic festgehalten. "Ein Comic nach dem Vorbild von Asterix und seinen Freunden. Henri Hänchen wäre Asterix gewesen, ich Obelix und Bürgermeister Andreas Lysk Miraculix. Nun ist es ein Bilderbuch geworden." Die Nummer 1 der 34 Seiten umfassenden Geschichte stiftete Spranger für die Heimatstube.

Darin enthalten ist auch ein persönliches Dankeschön an Henri Hänchen. 26 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit verbinden den Bürgermeister a.D. mit dem Gemeindearbeiter und Ratsmitglied. Das ist Hänchen seit 1991 und der Einzige von den Mitarbeitern der Gemeinde im Jahr 1990, der bis heute noch angestellt ist. "Wir waren mal 39", erinnerte sich Spranger. Auch daran, dass die Ratssitzungen damals viel, viel länger dauerten. "Manche Ehepartner erkundigten sich, ob sie wirklich so lange gingen", gab er zum Besten.

Weißkeißel war zu seinen Bürgermeister-Zeiten eine Gemeinde von 23 im Landkreis gewesen. Davon blieben acht übrig. Alle Eingemeindungsversuche von außen seien misslungen. "Wenn Weißwasser ein bissel heller gewesen wäre am Anfang, hätten sie Weißkeißel eingemeinden können." Doch es blieb bei der Verwaltungsgemeinschaft. Denn: "Die Dorfgemeinschaft hat viel bewegt und kann noch bis Ultimo existieren", ist Spranger überzeugt.

Das "Bilderbuch", das er an dem Abend herumreichte, sei eine knappe Bilanz der kommunalpolitischen Ereignisse in Weißkeißel, die Roland Sprangers Leben und Wirken seit 1990 in vielen Belangen beeinflussten und gestalteten. "Es soll diese Zeit abschließen", so der Autor.