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Bürger sollen besser eingebunden werden

Ariane Kraink möchte ehrenamtliche Bürgermeisterin in Trebendorf werden.
Ariane Kraink möchte ehrenamtliche Bürgermeisterin in Trebendorf werden. FOTO: Regina Weiß
Trebendorf. 23 Trebendorfer und Mühlroser haben sich am Mittwochabend im Versammlungsraum des Vereinshauses eingefunden. Wo sonst der Gemeinderat tagt, ist es diesmal die nicht mitgliedschaftlich organisierte Wählervereinigung "Wir für Trebendorf". Regina Weiß

In offener Wahl wird über die Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 24. September in Trebendorf abgestimmt. Das Ergebnis fällt einstimmig aus. Ariane Kraink quittiert das mit einem Lächeln und einem Dankeschön "für den großen Vertrauensbeweis".

Im Vorhinein hatte die 39-jährige Trebendorferin sich und ihre Kernziele vorgestellt. Sechs sind es an der Zahl, die sie für sich ausgemacht hat und die sie angehen will, wenn sie die Wahl gewinnt. Miteinander das Gemeinwohl stärken und kompetente Sachpolitik betreiben, heißt das erste. "Es wurde vernachlässigt, die Bürger bei Entscheidungen mit ins Boot zu holen", begründet sie. Deshalb solle die Bürgerarbeit gestärkt werden. Genauso wichtig ist ihr das Miteinander von Vereinen, Feuerwehren und Bürgern. Trebendorf soll auch künftig eine aktive Gemeinde bleiben. "So lange wie es geht, werde ich mich für die Eigenständigkeit der Gemeinde einsetzen", benennt Ariane Kraink ein weiteres ihrer Ziele.

Der bestmögliche Nachhaltigkeitsausgleich soll für die Klein Trebendorfer erreicht werden. Es ist der Ortsteil von Trebendorf, der zehn Jahre gedanklich auf gepackten Koffern saß, nun aber nicht mehr umgesiedelt wird. Ganz im Gegensatz zu Mühlrose. Dort geht es ihr um den Einsatz für eine sozialverträgliche Umsiedlung der Bürger. "Und ich möchte auch, dass der Fonds, der einst für Mühlrose ausgehandelt worden ist, bei den Bürgern verbleibt."

Last but not least, sieht auch Ariane Kraink die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Immission für ganz wichtig an. Dazu forderte sie Bürger zur Mitarbeit auf. Denn nur gemeinsam könne vielleicht etwas mehr erreicht werden, als der Gesetzgeber vorschreibt. Wie sehr das Thema Bergbau und (Nicht-)Umsiedlung die Trebendorfer umtreibt, wird auch bei dieser Wahlversammlung deutlich. Schnell ist man bei Umsiedlungsstandorten, Abwasserförderung und Wärmeliefervertrag.

Ariane Kraink sagt ganz deutlich, dass das diesbezüglich vorgelegte Angebot der Leag nicht vertretbar sei.

Sie weiß, dass die Verhandlungen, die nun kommen, nicht einfach werden. "Zudem sind sie vielschichtig", erklärt sie der RUNDSCHAU im Gespräch. Die Diplom-Mathematikerin ist beim Land Sachsen als IT-Fachfrau angestellt. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Acht Jahre sitzt sie im Gemeinderat. Seit sieben Jahren ist sie stellvertretende Bürgermeisterin. "Ich bin ein Workaholic", gibt sie offen zu. Und auch, dass sie über eine Kandidatur lange nachgedacht habe. Auf Nachfrage erklärt sie, dass sie auch gegen die derzeitige Bürgermeisterin Kerstin Antonius angetreten wäre. Doch diese gab vor einer Woche bekannt, keine zweite Wahlperiode in Angriff zu nehmen.

"Das bedingungslose Vertrauen in die Bürgermeisterin ist in den letzten Jahren verloren gegangen", erklärt Tilo Niemz während der Wahlversammlung. Auch er ist Gemeinderat in Trebendorf.

Ariane Kraink will künftig auf Transparenz setzen. Fehlende Informationen zwischen Gemeinderäten und Arbeitsgruppen-Mitgliedern hätten zu Fehlinterpretationen geführt. Etwas, was nicht hätte sein müssen.

Ein wichtiger Punkt soll auf Wunsch von Bürgermeister a.D. Peter Mäkelburg auch die Kontrolle der Verwaltungstätigkeit von Schleife sein. Diese müsse verbessert werden. Aktueller Streitpunkt ist wohl die Abordnung einer Mitarbeiterin als künftige Bearbeiterin Bergbau in Trebendorf/Mühlrose. Dazu gebe es noch keine Einigung.