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Braunkohle
Bündnis fordert kleineren Tagebau Nochten

Rohne. Das Bündnis "Strukturwandel jetzt - Kein Nochten II" fordert eine Verkleinerung des Braunkohle-Tagebaues Nochten. Denn die Orte Rohne, Mulkwitz und Schleife sollen durch einen Abstand von mindestens 400 Metern vom Tagebau geschützt werden. Gabriela Nitsche

Wie das Bündnis berichtet, hat es seine Stellungnahme an den Regionalen Planungsverband (RPV) Oberlausitz-Niederschlesien übermittelt. Die bisher festgelegte Abbaugrenze des Abbaugebietes 1 sei für die Bewohner der angrenzenden Orte nicht zumutbar, heißt es in der Stellungnahme.

Diese Forderungen macht das Bündnis auf: 1. Verkleinerung des Abbaugebietes 1 durch Erhalt der Mühlroser Straße und einen Mindestabstand des Tagebaues von 400 Metern zu Wohnbebauung, Kindergarten und Friedhöfen.

2. Verzicht auf das Sonderfeld Mühlrose. Die Daseinsvorsorge und Lebensqualität sind in Mühlrose durchgehend zu sichern. Ein Abbau sei aus energiewirtschaftlicher Sicht nicht mehr erforderlich und aus klimapolitischer Sicht nicht mehr verantwortbar. Bürgern von Mühlrose, die aufgrund der Belastungen durch den Tagebaubetrieb die Umsiedlung wünschen, soll durch das Bergbauunternehmen diese Möglichkeit gegeben werden. Die Dorfstruktur von Mühlrose ist auch in diesem Fall zu erhalten.

3. Außerhalb des Abbaugebietes sind negative hydrologische Veränderungen während und nach dem Bergbau durch geeignete Maßnahmen auszuschließen. Dies gilt auch für das gesamte Strugatal. Dazu sind alle technisch möglichen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die nachbergbaulichen Verhältnisse sind so zu gestalten, dass Vernässungen bewohnter Grundstücke vermieden werden.

4. Östlich von Mulkwitz ist im Anschluss an den bestehenden Wald ein Gebiet zur Waldmehrung auszuweisen, das die Folgen des Tagebaus für Mulkwitz und Rohne minimiert.

Nach dem im März 2017 verkündeten Revierkonzept verzichtet das Unternehmen Leag auf die Erschließung von Nochten II - bis auf das Sonderfeld Mühlrose und somit auf die Umsiedlung der Orte Rohne, Mulkwitz und Schleife-Süd. Als Reaktion darauf hat der RPV ein Planverfahren zur "Zweiten Fortschreibung des Braunkohlenplanes Tagebau Nochten" eingeleitet und in dem Zusammenhang Behörden, Kommunen und Verbände um Stellungnahmen gebeten.

Das Bündnis "Strukturwandel jetzt - Kein Nochten II" besteht aus Anwohnern, Umweltverbänden und Politikern der Region.